Diakonenweihe von Br. Felix Meckel OSA
Hätte sich es wohl Prior Wolfgang Volprecht, der am 13. August 1524 im Zuge der Reformation das Nürnberger Augustinerkloster dem Rat der Stadt zur Übergabe anbot, träumen lassen, dass in seiner Stadt noch einmal ein Augustiner für ein kirchliches Amt geweiht würde?
Es hat immerhin 485 Jahre gedauert und es kam so:
Br. Felix Meckl absolvierte nach Abschluss seines Theologiestudiums ein Pastoralpraktikum in der Nürnberger Citykirche St. Klara und weiteren Gemeinden der Innenstadt. Am 23. Mai wurde er dann im Kreis der Gemeindemitglieder, mit denen er in den zurückliegenden Monaten kirchliches Leben erlebt und mitgestaltet hatte und begleitet von seinen augustinischen und jesuitischen Brüdern auf Zeit von Weihbischof Werner Radspieler zum Diakon geweiht. Weihbischof Werner strahlte in der neu gestalteten Klarakirche warmherzige Leichtigkeit aus, die der Feier den Ernst nicht nahm, aber Raum zum Durchatmen schenkte.

Wohltuend waren auch die Worte der Predigt, die er den Feiernden und dem Weihekandidaten mit auf den Weg gab. Ausgehend vom offiziellen Auftrag des Diakons, dem Bischof und seinen Priestern als Helfer zur Seite zu stehen: im Dienst des Wortes, im Dienst des Altares und im Dienst der Liebe, beleuchtete er diesen Begriff des Dienens, hinter dem sich auch Machtgehabe verbergen kann. Dienen in einem kirchlichen Amt bedeute aber, dass man Einiges hergeben müsse, auch von der eigenen Bedeutung und dem eigenen Ehrgeiz. Tröstend war sein Zuspruch, dass der Heilige Geist den Mut schenkt, auch bei ungewöhnlichen Entwicklungen in der Kirche ohne Angst und Unsicherheit zu reagieren. »Wer mit dem Heiligen Geist rechnet, der braucht keine Angst zu haben.«
Für Br. Felix ist das Amt des Diakons eine weitere Station auf dem Weg zum Priesterberuf. Er darf nun als Ansprechpartner im karitativen Bereich fungieren, das Evangelium verkünden und predigen, darf taufen, trauen, Sterbende begleiten, Verstorbene zur letzten Ruhe bestatten. Dieser Dienst ist kein »kirchliches Gütesiegel«, sondern ein Gnadengeschenk. Das möge auch Br. Felix erfahren.
P. Dominik Wernicke
