Augustinus - ein Mensch auf der Suche nach Glück

Im Jahre 354 ist er geboren in Tagaste, dem heutigen Souk Ahras in Algerien.
Die Mutter Monnika war fromme Katholikin, der Vater Patritius Taufbewerber. Erst gegen Ende seines Lebens empfing er das Sakrament. Auch der Sohn wurde nicht getauft. Beide Eltern hatten ehrgeizige Pläne mit ihrem begabten Sprössling, ließen ihn studieren, obwohl sie finanziell dazu kaum in der Lage waren. Der Vater gewann einen Sponsor für den Sohn. Der enttäuschte nicht: Er wurde nach Schwierigkeiten und Umwegen Professor

in Mailand und Festredner am Kaiserhof, der damals in dieser Stadt residierte. Scheinbar eine Erfolgsgeschichte. Doch Augustinus, der wie jedermann das Glück suchte, war nicht glücklich. Er, der Manichäer war, Angehöriger einer Sekte, hörte die Predigten des hl. Ambrosius, des Bischofs, näherte sich dem katholischen Glauben. hörte schließlich im Garten sein er Herberge die Stimme eines Kind es aus dem Nachbargrundstück, das im Singsang rief: »Nimm und lies! Nimm und lies!« Augustinus griff zu den Briefen des Apostels Paulus, schlug den Römerbrief auf und las: »Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht. Legt als neues Gewand den Herrn Jesus Christus an, und sorgt nicht so für euren Leib, dass die Begierden erwachen.« (Röm 13,13f) Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen. Er bekehrte sich nicht nur zum katholischen Glauben, sondern zum enthaltsamen Leben, zum Leben eines Mönches, fand das Glück in Gott. Ambrosius taufte ihn, den Sohn Adeodat und Freunde in der Osternacht des Jahres 375. Sie kehrten nach Afrika zurück, führten in Augustins Vaterhaus in Tagaste eine Art Klosterleben. Er wurde bekannt, so dass die Gläubigen der Hafenstadt Hippo, wo er zufällig weilte und am Sonntag die Eucharistie mitfeierte, ihn zum Priester begehrten. »Ich wurde ergriffen«, berichtet er selbst.

»Ich wurde zum Priester geweiht.« 395 wurde er Bischof von Hippo. Er bewältigte eine ungeheure Arbeitslast. Seit Kaiser Konstantin wirkten die Bischöfe als Richter in Zivilsachen. Viele Stunden des Tages verbrachte Augustinus in diesem Amt. Er predigte in seiner Stadt, predigte auswärts, stellte sich jedem Angriff auf die Kirche und die katholische Lehre, schrieb lange und erfolgreiche Verteidigungsschriften, nahm an Synoden teil. Er stand seinem Kloster vor; denn er hatte auch als Priester und Bischof die mönchische Lebensweise nicht aufgegeben. Mehrere ausgezeichnete Bischöfe der afrikanischen Kirche gingen aus diesem frommen Haus hervor. Er starb am 28. August 430, die Bußpsalmen vor Augen, die er an der Wand seines Zimmers hatte anbringen lassen.

P. Michael Wernicke