nimm und lies

Kirchenblatt der Würzburger Augustiner
Nr. 276 - Ende April bis Anfang Juli 2018

"Frühling"

Liebe Leserinnen und Leser,

Die Sonne scheint. Die Temperatur klettert ein bisschen nach oben. Die Natur explodiert. Ein Farbenrausch - und hinter all den Farben das zarte, junge Grün. Da hält es selbst mich nicht mehr im Haus. Schließlich ist Sonntag, und ich habe frei. Also beschließe ich im Park den Frühling zu genießen, auf den Wegen zu flanieren, um mich dann auf eine Bank zu setzen und einfach die Wärme der Sonne für die nächsten grauen Tage zu speichern. Was ich nicht bedacht habe: ich bin nicht der Einzige, der auf diese Idee kommt. Hundertschaften schieben sich über die Parkwege, und an eine freie Bank, einen freien Platz an der Sonne, ist gar nicht zu denken. Da sind noch ein paar mehr Menschen, die sich nach dem Frühling gesehnt haben. Ich bin tatsächlich nicht der einzige, der sich über die Blüten freut und die prallen Knospen. Das Leben drängt nach vorn, und alle wollen dabei sein.

Es ist für mich wie ein Wunder, wenn kahle, abweisende Bäume Knospen und Blätter treiben, wenn braunes Gras sich langsam in grünen Rasen verwandelt, wenn unter dem letzten Schnee die Osterglocken ihre leuchtend gelben Kronen hervorschieben. Ich sehe es Jahr für Jahr staunend - wie ein Kind. Dabei ist es inzwischen mein dreiundsechzigster Frühling. Trotzdem erscheint mir jedes Jahr dieses Wunder ganz neu. Da kann ich gar nicht anders, als an das Leben glauben, - ein Leben, das sich auch aus dem Tod heraus neue Wege bahnt.

Ein Gedicht von Schalom Ben-Chorin kommt mir in den Sinn. Es ist überschrieben:
Das Zeichen

Freunde, dass der Mandelzweig
wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig
dass die Liebe bleibt.

Dass das Leben nicht verging,
soviel Blut auch schreit,
achtet dieses nicht gering
in der trübsten Zeit.

Tausende zerstampft der Krieg,
eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg
leicht im Winde weht.

Freunde, dass der Mandelzweig
sich in Blüten wiegt,
bleibe uns ein Fingerzeig,
wie das Leben siegt.

So wünsche ich Ihnen, auch im Namen meiner Brüder, dass Ihnen diese wunderschönen Zeichen des Lebens Hoffnung und Kraft schenken, allem Elend im eigenen Leben und im Weltgeschehen zum Trotz.

Ihr P. Dominik Wernicke OSA

Unser "nimm und lies"  erscheint etwa vier bis fünf Mal pro Jahr (themengebunden).

Eine aktuelle Ausgabe kann hier heruntergeladen werden: nul_2018_02 (1 MB)

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