nimm und lies

Kirchenblatt der Würzburger Augustiner
Nr. 279 - Ende September bis Ende November 2018

"Sonnenstrahlen für den Winter"

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie die Maus Frederick aus dem Kinderbilderbuch von Leo Lionni? Für die Jahreszeit Herbst schätze ich dieses Büchlein sehr. Im Herbst sammelt Frederick nämlich die kräftigen Sonnenstrahlen und die bunten Farben, damit er die grauen Tage für die kleinen Mäuse farbenfroh machen kann. Der Herbst und das Erntedankfest laden uns alle ein, wie die Maus Frederick anzuschauen, was für uns lichtvolle Erfahrungen waren, welche Begegnungen, es uns warm ums Herz haben werden lassen, was uns in unserem Leben an Fülle und Möglichkeiten geboten wird und von welcher Buntheit – wie die Farbenpracht des Herbstlaubs – unsere Beziehungen gezeichnet sind.

Bunt, vielfältig, fragil und geliebt

So sind wir Menschen gegenüber unserem Gott. Bunt, vielfältig und fragil ist auch das bunte Herbstlaub, das von den Bäumen fällt. Die bunte Farbenpracht des Herbstes erinnert mich auch an die Vielfalt meines eigenen Lebens. Vielleicht geht es Ihnen ähnlich. In mir wecken die Leuchtkraft und Wechselhaftigkeit der Farben im Herbst ein inneres Bild, in dem eine Vielfalt von Lebensmelodien ihren eigenen Platz haben darf. Weil wir uns, vor Gott und denen, die wir im Herzen tragen, auch mit unserer Fragilität und unseren Schattenseiten geliebt wissen dürfen – denn auch davon gibt das fallende Herbstlaub Zeugnis –, dürfen wir Danke sagen für diese Liebe.

Eine Möglichkeit, Gott für die Strahlkraft und die bunte Vielfalt meiner Beziehungen und meines Lebens Danke zu sagen ist das „Vater unser“. Seit 2000 Jahren, durch Generationen hindurch sind wir durch dieses Gebet weltweit verbunden. Immer wieder wird die Bitte ausgesprochen: „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Gott, bitte gib uns was wir zum Überleben und für unsere Lebensqualität brauchen. Zu einer Reflexion und Inventur dessen, wessen wir zum Leben wirklich bedürfen kann uns das Erntedankfest einladen.

Was fehlt in der Scheune Ihres Lebens, worum Sie Gott und Ihre Mitmenschen bitten möchten? Was haben Sie in der Scheune Ihres Lebens an Früchten, Sonnenstrahlen und Lebensmelodien gesammelt, wofür Sie danken möchten? Für was möchten Sie Danke sagen, weil es selbstverständlich geworden ist?

Vielleicht erinnern wir uns an Worte, die Menschen uns zugesprochen haben, um uns zu trösten, oder um uns zu ermutigen, ungezählte Begegnungen: Zeugen der Liebe!

Zu bitten und zu danken sind zwei Formen des Anstands, die uns in der derzeitigen politischen Lage unserer Gesellschaft gut zu Gesichte stehen. Ich möchte Sie einladen, wie die Maus Frederick für sich und Ihre Liebsten Sonnenstrahlen und Farben für die Zeiten zu sammeln, wenn in Ihrer Beziehung zu sich und zu Ihren Nächsten einmal dunklere und tristere Tage einkehren.

Sich um die Zukunft kümmern, dann wenn sie da ist. Gottvertrauen haben, so wie Christus es uns vorgelebt hat: Mit unseren Bedürfnissen und Bitten zu ihm kommen. Dankbar sein, für das was man hat: Für das große und das kleine Glück. Das ist Erntedank und das kann man auch mal so im Alltag zwischendurch feiern. Nur so für sich.

Ihr

Br. Damian

Unser "nimm und lies"  erscheint etwa vier bis fünf Mal pro Jahr (themengebunden).

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