Totenbrief P. Adalbert Müller OSA

Wenn ich dich, meinen Gott, suche,
dann suche ich das Leben der Seligkeit.
Also will ich Dich suchen,
damit meine Seele lebe;
und meine Seele lebt aus dir.
(Augustinus, Conf.)

Am späten Nachmittag des 29. April 2009 starb unser lieber
P. Adalbert (Hans) Müller OSA
im Alter von 67 Jahren. Bei der Rückfahrt von einem Besinnungstag in Schöllkrippen (Spessart) für Verantwortliche in der Seniorenarbeit kollidierte er aus ungeklärter Ursache mit einem entgegenkommenden PKW und starb noch am Unfallort.
P. Adalbert wurde am 23. Mai 1941 als Kind des Kaufmanns Albin Weigand und der Modistin Katharina Müller in Mainz geboren. Nach dem Besuch des Riemenschneider-Gymnasiums in Würzburg begann er 1961 mit dem Eintritt ins Noviziat seine Laufbahn bei den Augustinern. Am 22. November 1962 legte er als Fr. Adalbert in Münnerstadt seine Ordensprofess ab. Die Priester-weihe empfing er am 9. März 1968 in der Augustinerkirche in Würzburg von Weihbischof Alfons Kempf.
Anschließend war er bis 1974 Klosterschulpräfekt in St. Michael Münnerstadt und dann bis 1979 Seminarpräfekt in Würzburg. Die folgenden zwölf Jahre stand er bis 1991 dem Konvent St. Gregor in Fährbrück als Prior zur Verfügung. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Kloster zu einem offenen Haus, in dem Gäste gerne gesehen waren. Auch die CAJ fand damals dort ihre Heimat. Die Arbeit im Pfarrverband unterstützte er als Kaplan von Erbshausen/ Sulzwiesen und Fährbrück. Als dessen Leiter gab er dem Pfarrverband Fährbrück seine Prägung. Mit viel Steh-vermögen versuchte er - auch gegen Widerstände -, den Mitbrüdern und den Mitgliedern der sieben Gemeinden das Gedankengut des 2. Vatikanischen Konzils einzuimpfen. Dabei lagen ihm sowohl die Botschaft von der Kirche als Volk Gottes unterwegs als auch die Feier einer zeitgemäßen und menschennahen Liturgie am Herzen. Als er dann 1991 nach Würzburg aufbrach, dankten ihm die Menschen im Pfarrverband seinen unermüdlichen Einsatz mit viel Anerkennung und Respekt.
In unserem Kloster in Würzburg erwarteten ihn große Aufgaben. In seine Zeit als Prokurator von 1991 bis 1999 fiel insbesondere die Generalsanierung des Konventsgebäudes. Als Prior setzte er in den Jahren 1999 bis 2005 seine ganze Kraft für die Seelsorge an der Klosterkirche und die Einbindung der Männerorden in ein gelungenes Seelsorgskonzept für die Würzburger Innenstadt ein. Nur an Fasching mussten wir auf ihn verzichten, denn da tummelte er sich in rheinischen Faschingshochburgen, »schließlich bin ich mit Mainzer Wasser getauft« - pflegte er zu sagen. Immer wenn er zu Beginn der Faschingssaison mit den Würzburger Faschingsvereinen ihren Gottesdienst in unserer Kirche feierte wussten wir, dass es bald wieder so weit sein wird.
Ein großer Traum ging für Adalbert in Erfüllung, als er im Herbst 2005 die Stelle des Diözesanaltenseelsorgers antreten konnte, die er und die auch ihn bis zu seinem Tod mit Freude und Begeisterung erfüllten.
Einen Tag vor seinem Tod sagte Adalbert in einem geistlichen Wort: »In der Taufvision erkennt Jesus: Der Himmel ist Zuwendung ... Gott ist schon, ja immer offen zugänglich.« Wir glauben, dass Gott sich ihm in dieser Offenheit zuwendet, wenn er heute auf ihn zugeht.