Totenbrief P. Eginhard Görge OSA
Wenn ich dereinst mit dir vereint sein werde,
mit meinem ganzen Wesen,
dann wird kein Schmerz
und keine Mühsal mich bedrücken.
Dann erst wird mein Leben wahres Leben sein,
ganz erfüllt von dir.
(Augustinus, Conf. 10,28)

Am Morgen des 7. April 2010 starb in Fährbrück, nur einen Tag vor seinem 87. Geburtstag, unser lieber P. Eginhard (Josef) Görge OSA für uns alle überraschend. Trotz seines fortgeschrittenen Alters vermittelte er den Eindruck von Rüstigkeit und körperlicher Gesundheit und wollte, wie er selbst betonte, wenigstens einhundert Jahre alt werden.
P. Eginhard wurde am 8. April 1923 in Wingerode (Obereichsfeld) geboren. Von seinem 12. Lebensjahr an besuchte er die Klosterschule in Germershausen und wechselte Ostern 1937 nach Weiden. 1940 stand für ihn der Umzug nach Münnerstadt an. Da aber die Klosterschule 1941 geschlossen wurde, ging er, schon als Novize, weiter nach Regensburg, wo er 1942 sein Abitur ablegte. Kurz darauf wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Nach Krieg und Gefangenschaft begann er 1945 sein eigentliches Noviziatsjahr in Münnerstadt und legte dort am 16. September 1946 die einfache Profess ab. Die ersten Jahre seines Theologiestudiums absolvierte er in Würzburg und wechselte 1948 an die Universität in Fribourg (Schweiz). Dort empfing er auch am 10. März 1951 die Priesterweihe durch Bischof François Charrière. Zu Ostern 1951 konnte er in seinem Heimatort Wingerode Primiz feiern, bei der ihm sein Bruder P. Canisius die Festpredigt hielt.
P. Eginhard wirkte zunächst von 1951 bis 1952 als Präfekt im Studienseminar St. Josef in Münnerstadt. Danach ging nach Walldürn, wo er seine erste Kaplanstelle innehatte. 1959 wurde er für die gleiche Aufgabe nach St. Rita / Berlin versetzt. Die Jahre, die dann folgten, lassen sich mit einem Zitat von P. Eginhard gut charakterisieren: „Man könne schon sagen: Willst du dir die Welt ansehen, musst du in ein Kloster gehen.“ Zwei Jahre lang betrieb er außerordentliche Seelsorge in Weiden und Duisburg, zog von dort aus 1964 nach Dülmen, um als Kaplan in der Gemeinde Hl. Kreuz zu wirken und kehrte schließlich 1966 nach Duisburg in die Gemeindeseelsorge zurück. Länger blieb er am Wallfahrtsort Maria Eich, wo er von 1971 bis 1979 die Aufgabe des Priors und Kuraten wahrnahm. 1979 kam er als Seelsorger nach Bielefeld. Dort nahm er sich besonders der KAB an. Seit dieser Zeit organisierte und leitete er fast alljährlich Pilgerreisen nach Lourdes, Fatima, Lisieux und La Salette und begann religiöse Kleinschriften zu verfassen. Von 1991 bis 1995 finden wir P. Eginhard als Vikar und Prokurator am Wallfahrtsort Walldürn und ab 1995 in gleicher Eigenschaft in Fuchsmühl in der Oberpfalz. Am 29. September 2009 ist er nach Fährbrück umgezogen.
P. Eginhard fühlte sich noch lange nicht zum alten Eisen gehörig. Dass manche Fähigkeiten altersbedingt nachließen, wusste er zu ignorieren. Unruhig war er bemüht, immer wieder neue Seelsorgsfelder ausfindig zu machen. Möge er nun endlich die Ruhe gefunden haben, die er sich hier nicht gönnen konnte und das wahre Leben, das ganz von Gott erfüllt ist.
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