Christus Anfang und Ende

Wie wird es wohl sein, wenn einmal Erde und Meer für uns versinken,
wenn es nicht mehr Vergangenheit und Zukunft,
sondern nur noch das eine, ewige Heute Gottes gibt.
nach Conf. IX, 10, 23

Ich bin angekommen an der letzten Station des AugustinusWeges, eine Konfrontation mit der letzten Station auch meines irdischen Lebens !

Tod und Weiterleben ! ?

Hier ist auch das Grab von P. Wolfgang OSA, der von 1987 - 1993 hier im Kloster gelebt hat.

»Augustinus selbst hat diese Unruhe des Herzens, die ausgreift über alles Irdische auf das Ewige hin, in einem unvergesslichen Bild geschildert, das sich kurz nach seiner Bekehrung abspielt:
Er war zusammen mit den Seinigen nach Ostia, dem großen Welthafen an der Tibermündung, gekommen, um nach Afrika, nach Hause zu fahren. Mit seiner Mutter steht er eines Abends am Fenster seiner Villa, und sie schauen hinaus auf das weite Meer, das sich im Unendlichen mit dem blauen Himmel vermählt. Und in diesen Blick voller Frieden und voller Ergebenheit in das, was geschehen war und kommen sollte, in diesen Blick auf die Weite des Unendlichen hinaus sprechen Mutter und Sohn zusammen von der Ewigkeit Gottes. Sie sagen, wie wird es wohl sein, wenn einmal Erde und Meer für uns versinken, wenn es nicht mehr Vergangenheit und Zukunft, sondern nur noch das eine, ewige Heute Gottes gibt. Und er fügte hinzu:
In diesem Augenblick wurde uns geschenkt, einen Herzschlag lang an das Geheimnis des Ewigen zu rühren, und wir ließen die Erstlinge unseres Geistes dort zurück.

Fünf Tage später erkrankte seine Mutter am Malariafieber, das wenig später die Stadt Ostia zu einer sterbenden Stadt machte, und wiederum neun Tage später schloss sie die Augen für immer. Aber jenes Bild des Friedens, des gemeinsamen Hinausschauens auf das weite Meer und durch die Weite des Meeres hindurch auf die Ewigkeit Gottes selbst, blieb mir wie ein Bild der Verheißung, des Unvergänglichen, das nie genommen werden kann, vor meiner Seele stehen.
Für uns ist Augustinus selbst gleichsam zu einem Fenster geworden, durch das wir hinausschauen auf das Ewige.«

Predigt über Augustinus, 1965
Prof. J. Ratzinger - Papst Benedikt XVI.

 

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