Kindheit und Schule

»Man brachte mich in die Schule, die Buchstaben zu lernen, und ich Ärmster wusste nicht, wozu das nützlich sein könnte. Gleichwohl bekam ich Schläge, wenn ich im Lernen träge war.
Aber, Herr, ich traf auch auf Menschen, die zu Dir beteten, und ich lernte von ihnen, Dich zu erahnen, so wie ich es damals vermochte, dass Du ein Großer bist, der, auch unsichtbar unseren Sinnen, uns hören und helfen kann. So begann ich schon als Knabe zu Dir zu flehen, »meine Hilfe und mein Schutz«.
Beim Gebet zu Dir löste sich meine schwere Zunge, und ich betete - ich kleiner Mann mit großer Inbrunst -, dass ich doch in der Schule nicht geschlagen würde. Und wenn »Du mir zum Heile mich nicht erhörtest«, dann lachten die großen Leute, ja selbst meine Eltern, die mir doch nichts Böses wollten, über mein Elend, damals mein großes, bitteres Leid.« Conf. I, 9, 14

»Die Grundschule, in der man im Lesen, Schreiben und Rechnen unterwiesen wird, war mir nicht weniger peinvoll als das Griechische. Weshalb ich aber gerade die griechische Sprache hasste, die ich schon als kleiner Knabe lernen musste, das ist mir auch jetzt noch nicht ganz klar. Ich kannte ja ihre Worte nicht und wurde mit unliebsamen Drohungen und Strafen angehalten, sie zu lernen.
Freilich, als kleines Kind verstand ich auch von der lateinischen Sprache nichts und lernte sie dennoch durch bloßes Hinhören, ohne jede Furcht und Plage, unter den Liebkosungen der Wärterinnen, Scherzen und heiteren Späßen derer, die mich anlachten und mit mir spielten. Ich lernte sie also, ohne von irgendwem mit lästiger Strafe bedrängt zu werden ...

Daraus ergibt sich klar genug, dass freie Neugier das Lernen wirksamer fördert als furchtbeschwerter Zwang.« Conf. I, 14, 23

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