Sehnsucht

Wo war ich doch, Herr, als ich dich suchte? Du standest vor mir, ich aber, mir selbst entlaufen,
fand mich nicht, wie viel weniger dich! Du, Herr, holtest mich hinter meinem eigenen Rücken hervor,
dort hatte ich mich versteckt, weil ich mich selbst nicht anschauen wollte.
Conf. V, 2, 2 und VIII, 7, 16

Ein langer Prozess des Ringens!

»Ich ward immer elender, aber du kamst mir näher. Ganz nah schon war deine Rechte, mich aus dem Schlamm herauszureißen und rein zu waschen, aber ich wusste es nicht. Ich war wie einer, der sich hin und her wälzt, auf den Rücken, die Seiten, den Bauch, und überall ist es hart. Du allein bist die Ruhe. Und sieh, du bist da, befreist uns von jammervollem Irrtum, stellst uns auf den Weg, tröstest und sprichst: Lauft, ich will euch tragen, euch ans Ziel führen und auch dort euch tragen.« Conf. VI, 16, 26

»Mit inneren Stacheln triebst du mich, dass ich keine Ruhe fände, bis du mir durch innere Schau zur Gewissheit geworden wärst. Unter der heilenden Kraft deiner geheimnisvoll wirkenden Hand schwand meine Schwulst dahin, und meines Geistes getrübte und verdüsterte Hellsicht ward durch die scharfe Salbe heilsamer Schmerzen allmählich geheilt.« Conf. VII, 8, 12

»Du sprachst zu mir: »Wach auf, der du schläfst und stehe auf von den Toten, so wird Christus dich erleuchten!« Auf Schritt und Tritt tatest du mir deine Wahrheit kund, und von dir überwältigt, konnte ich nichts erwidern, als träge, schlaftrunkene Worte: »Bald, ja bald, lass mich noch ein Weilchen!«
Aber das »bald, bald« ward nicht zum »jetzt« und das Weilchen zog sich in die Länge.« Conf. VIII, 5, 12

»Du, Herr, holtest mich hinter meinem Rücken hervor, dort hatte ich mich versteckt, weil ich mich selbst nicht anschauen wollte. Nun aber war der Tag gekommen, an dem ich nackt dastand vor mir selbst.«
Conf. VIII, 7, 16-18

 

»Wirf dich getrost hin, er wird dich auffangen und gesund machen.«
Conf. VIII, 11, 27

 

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