Spiele und Streiche

Was uns reizte, war nur dies, dass es verboten war.
Conf. II, 4, 9

»Könnte ein verständiger Beurteiler es gutheißen, dass ich als Knabe geschlagen wurde, weil ich Ball spielte und dadurch vom schnellen Erlernen der Wissenschaft abgehalten wurde, mit der ich, größer geworden, ein noch hässlicheres Spiel treiben sollte?« Conf. I, 9, 15

„Nicht darum war ich ungehorsam, weil ich etwas Besseres erwählte, sondern aus Liebe zum Spiel, aus Verlangen nach stolzen Siegen in Wettkämpfen und weil ich meine Ohren kitzeln lassen wollte von trügerischen Fabeln." Conf. I, 10, 16

„Mit ungezählten Lügen hinterging ich den Erzieher, sowie die Lehrer und die Eltern, da ich das Spielen nicht lassen konnte und darauf brannte, nichtsnutzigen Schaustellungen zuzusehen und in ruhelosem Spieltrieb sie nachzuahmen. Auch bestahl ich Keller und Tisch meiner Eltern, bald um den eigenen leckeren Gaumen zu befriedigen, bald um andere Knaben damit zum Spiel zu verlocken, was sie sich, so großes Vergnügen es ihnen bereitete, noch bezahlen ließen." Conf. I, 19, 30

„Ich aber wollte stehlen und stahl auch, von keinem Mangel gedrängt, nur dass die Gerechtigkeit mir mangelte und zuwider war und die Sünde mich reizte. Denn ich stahl, was ich selbst im Überfluss und besser besaß, wollte das gestohlene Gut auch nicht etwa genießen. Sondern den Diebstahl selbst und die Sünde wollte ich genießen. Ein Birnbaum stand in der Nähe unseres Weinbergs, mit Früchten beladen, die weder durch Aussehen noch Geschmack locken konnten. Tief in der Nacht, die wir bis dahin nach übler Sitte auf den Straßen spielend zugebracht, machten wir bösen Buben uns daran, den Baum zu schütteln und zu plündern, und schleppten die Früchte haufenweise weg. Mochten wir auch einige essen, taten wir es doch nicht deswegen, sondern warfen sie meist den Schweinen vor. Was uns reizte, war nur dies, dass es verboten war." Conf. II, 4, 9

 

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