Erschließung der Handschriften und Manuskripte

Horaz, Ars poetica, mit Interlinearglossen (1492)

Der Handschriftenbestand der Augustinerbibliothek mit derzeit 430 Signaturnummern (insgesamt ca. 600 Handschriften) erstreckt sich vor allem auf die frühe Neuzeit bis zum 20. Jahrhundert, in geringerem Umfang auch auf das Hoch- und Spätmittelalter.
Die Geschichte des Augustinerordens, das Ordensleben früherer oder noch bestehender Augustinerklöster und die ordenseigene theologische Ausbildung gehören zu den Kernbeständen der Sammlung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der fränkischen Kirchen- und Landesgeschichte.
Hinzu kommen historische Werke und Chroniken zu Bistums- und Weltgeschichte sowie zu aufgelösten Klöstern anderer Ordensgemeinschaften.
Die aus der Frühzeit der Universität Würzburg erhaltenen Vorlesungsmitschriften sind großenteils bis heute unbekannte theologische und philosophische Schriften von Jesuitenprofessoren.
Reiches Quellenmaterial liegt zur Geschichte und zum Lehrbetrieb des von Johann Philipp von Schönborn gegründeten Gymnasiums Münnerstadt vor, das seit 1685 unter der Leitung der Augustiner stand. Die 31 lateinischen und deutschen Theaterstücke, von Augustinern für das Gymnasium verfaßt, sind noch weitgehend unbekannten und haben für das katholische Schulwesen der Gegenreformation Bedeutung.
In das 16. Jahrhundert datieren Exzerpte zu den Werken neulateinischer Autoren, darunter Jacopo Sannazaro und Johann Stigel.
Aus der Zeit vor 1500 stammen mehrere liturgische Handschriften, z.B. Antiphonarien und Predigtfragmente, sowie Handschriften zu Horaz, Vergil, Ovid, Martin von Braga, Hugo von Trimberg, Hans Tucher u.a.
Im Januar 2015 ist die elektronische Erschließung der Handschriften angelaufen, die bisher nur in einem maschinenschriftlichen Katalog aus dem Jahr 1979 verzeichnet sind. In absehbarer Zeit soll der Münnerstädter Handschriftenbestand in einem WebOPAC über das Internet recherchierbar sein.

Bearbeiterin:
Dr. Carolin Oser-Grote