Erschließung der Münnerstädter Musikalien

Prozessionsbuch (Pergament, 15. Jh.)

Von 2013 bis 2018 wurden die Musikalien elektronisch erschlossen. Dieser Bestand umfasst etwa 3.100 Titel und verteilt sich etwa je zur Hälfte auf Noten und Bücher.

Die Noten liegen zum kleineren Teil als Handschriften aus der Zeit des 15. bis 20. Jahrhunderts vor, darunter ein Antiphonarium aus dem Dominikanerinnenkloster St. Marx in Würzburg und eine musiktheoretische Handschrift aus dem Armklara-Kloster in Mainz (beide 18. Jh.); als Rarität verdient ein Neumenfragment aus dem 11. Jahrhundert Beachtung. Kaum bekannt sein dürften die handschriftlichen Messen und Orgelkompositionen des Augustiners Adalbero Kunzelmann (1898-1975), der sich als Diözesanpräses der Cäcilienvereine im Bistum Würzburg sowie als Gründer und Direktor der Kirchenmusikschule Münnerstadt große Verdienste erworben hat.

Den größeren Teil bilden die Notendrucke – sowohl geistlicher als auch weltlicher Werke – aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt auf dem 19. Jahrhundert liegt. Dabei ist die Kirchenmusik v.a. mit Orgelwerken, Chorwerken, Oratorien, Messen, Choralgesängen, Antiphonarien, Vesperpsalmen etc. reichlich vertreten. Einige Werke davon sind wichtige Zeugnisse unterfränkischer Kirchenmusik.
Daneben gibt es eine beachtliche Sammlung an Kammermusik, Salon- und Charakterstücken, Fantasien, Potpourris etc. sowie an Volks-, Wander-, Fahrten- und Trinkliedern.

Der Bestand an Notendrucken ist insofern bedeutsam, als zahlreiche seltene oder heute unikale Werke erhalten sind, die anderswo entsorgt wurden, nachdem sich Moden oder Aufführungspraktiken verändert hatten. So findet man hier, neben den großen Meistern, auch etliche heute weniger bekannte oder in Vergessenheit geratene Komponisten.

Die Bücher umfassen zum einen musikpädagogische Werke, insbesondere Klavierschulen, Orgelschulen, Violinschulen, Einführungen in die Musiktheorie und Harmonielehre sowie Einführungen in den gregorianischen Choralgesang. Zum anderen handelt es sich um Literatur zur Musikgeschichte, um Werkinterpretationen sowie um Nachschlagewerke und Lexika.

Darüber hinaus stehen 23 musikwissenschaftliche Fachzeitschriften zur Verfügung.

Bei der Titelaufnahme wurden auch exemplarspezifische Merkmale wie Besitzvermerke, Schenkungsvermerke, Provenienzen und Spuren der Leserschaft, z.B. Bucheinlagen oder Notizen, dokumentiert.
Die Musikalien können im Musikalienkatalog wie auch im gesamten WebOPAC recherchiert werden.

Bearbeiter:
Dr. Martin Jira
Natalia Simonyan
Dr. Carolin Oser-Grote