Aktuelles

Augustiner als Baumeister astronomischer Uhren
Heinz Gauly übergibt sein Archiv an die Augustiner-Ordensprovinz

v.l.n.r.: Anneliese Gauly, P. Dr. Michael Wernicke, P. Provinzial Alfons Tony, Heinz Gauly, Dr. Carolin Oser-Grote

Leben in einem Augustinerkloster des 18. Jahrhunderts – das klingt nach strengen Regeln, festen Gebetszeiten, Bibelstudium und Askese. Doch klösterliches Leben konnte schon damals mehr bedeuten, zumal wenn der Mönch ein ausgefallenes Hobby pflegte.
Pater Alexius Johann war ein solches Original. Gebürtig aus Steinach an der fränkischen Saale trat er nach dem Besuch des Münnerstädter Gymnasiums in den Orden der Augustiner-Eremiten ein, studierte in Freiburg Theologie und Philosophie und empfing die Priesterweihe. Aber mindestens ebenso wie für Dogmatik und Pastoral begeisterte sich der junge Augustiner für Mathematik, Kosmologie und Mechanik. So nimmt es nicht Wunder, daß Alexius Johann, inzwischen Konventuale des Augustinerklosters Mainz und Professor am Kurfürstlichen Gymnasium, jede freie Minute rechnete und tüftelte, die Gesetzmäßigkeiten von Planeten, Pendeln und Zahnrädern untersuchte, bis er 1796 seine „Weltmaschine“ präsentierte: seine große astronomische Uhr von bis dahin nicht gekannter Präzision. Acht weitere Uhren sollten folgen.
Heinz Gauly, 1931 in Würzburg geboren und langjähriger Verwaltungsdirektor des Bischöflichen Priesterseminars Mainz, das sich heute in den Gebäuden des 1802 aufgelösten Augustinerklosters befindet, hat jahrzehntelang der spannenden Lebensgeschichte des Alexius Johann und seines Bruders Baptist, ebenfalls Augustiner und Baumeister astronomischer Uhren, nachgespürt. Über die Johann-Brüder hinaus hat Gauly umfangreiches neues und bisher nur teilweise veröffentlichtes Quellen- und Bildmaterial über die wechselvolle Geschichte des Mainzer Klosters, vor allem während der französischen Herrschaft am Rhein und der Säkularisation, zusammengetragen.
Gauly, der seit seinem Ruhestand in Salz bei Bad Neustadt lebt, fühlt sich den ehemaligen Mainzer Augustinern nicht zuletzt auch persönlich verbunden, weil ein Großteil von ihnen der Gegend um Münnerstadt entstammte und drei Augustiner, darunter der Uhrenbauer Alexius Johann, nach ihrer Ausweisung aus Mainz, da sie den Freiheitseid auf die Franzosen verweigerten, zeitweilig im Münnerstädter Augustinerkloster unterkamen.
Große Verdienste hat sich Heinz Gauly, der bereits mit zahlreichen Vorträgen und Publikationen an die Öffentlichkeit getreten ist, auch dadurch erworben, daß er 1993 das Johann-Grabdenkmal vom Mainzer Hauptfriedhof nach Steinach, in Johanns Geburtsort, überführen ließ. Das größte Anliegen Gaulys aber war die Restauration der Johannschen Weltuhr und ihre Rückholung nach Mainz, wo sie, wieder gangfähig und mit ihrer erstaunlichen Präzision, seit 2013 im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum besichtigt werden kann.
Im Rahmen einer Feierstunde in der Bibliotheca Augustiniana in Würzburg hat Heinz Gauly, begleitet von seiner Frau Anneliese Gauly und Giesela Sendner vom Bad Neustädter Verlag Sendner & Neubauer, in dem mehrere von Gaulys Studien zur fränkischen Landesgeschichte erschienen sind, am 27. Juni 2014 seine reiche Materialsammlung dem Archiv der Deutschen Augustiner-Ordensprovinz übergeben. P. Alfons Tony, Provinzial der Deutschen Augustiner, sowie P. Dr. Michael Wernicke, Ordenshistoriker und Betreuer des Archivs, sprachen Heinz Gauly ihren besonderen Dank für den wertvollen Zuwachs für das Augustinerarchiv aus. P. Alfons Tony überreichte dem ehemaligen Verwaltungsdirektor in Anerkennung seiner Verdienste die Pius-Keller-Medaille. Frau Dr. Carolin Oser-Grote, Leiterin der Bibliotheca Augustiniana, dankte Herrn Gauly für die Überlassung zahlreicher Bände über die Geschichte der Stadt Mainz und ihres Augustinerklosters.
Würzburg, Mainz und einige Ortschaften an der fränkischen Saale wie Steinach, Salz und Bad Neustadt verbindet überraschend mehr, als vielleicht zunächst erwartet: eine Geschichte der Augustiner, die sich vom 18. Jahrhundert bis heute fortsetzt.

Carolin Oser-Grote

BADA auf Facebookseite «Würzburger Bibliotheken»

Seit September 2011 beteiligt sich die BADA am Arbeitskreis «Würzburger Bibliotheken», dem Zusammenschluß öffentlicher und wissenschaftlicher Bibliotheken in Würzburg und Umgebung.

Eine eigene Facebookseite der «Würzburger Bibliotheken» informiert ab sofort über die beteiligten Einrichtungen sowie deren Veranstaltungen und Serviceangebote.
Hier geht’s zur Facebookseite ...
Siehe auch die Nachricht der KBA - Fachstelle für katholische Büchereiarbeit in der Diözese Würzburg.

»Wir sind dabei...« BADA-OPAC im VThK

Seit dem 13. April 2011 ist der Online-Katalog der »Bibliotheca Augustiniana« in den »Virtuellen Katalog Theologie und Kirche« eingebunden. Die Spezial- und Forschungsbibliothek der Deutschen Augustiner leistet somit ihrerseits einen wichtigen Beitrag für dieses Rechercheportal, das etwa 6 Millionen Medien aus kirchlich-wissenschaftlichen Bibliotheken im deutschsprachigen Raum umfaßt.
Mit der Teilnahme am VThK konnte ein wesentliches Ziel im Rahmen des DFG-Projektes »Elektronische Katalogisierung der Bibliotheca Augustiniana« erreicht werden.

Gleichzeitig wurde auch der Würzburger KirchenOPAC in den VThK eingebunden, an dem - neben der Diözesanbibliothek Würzburg und der Bibliotheca Carmelitana - auch die BADA beteiltigt ist.

Damit stehen für den Informationssaustausch und die Literaturversorgung auf überregionaler Ebene weitere einschlägige Kataloge zu spezifischen Sammlungsschwerpunkten zur Verfügung.

DFG-Projekt verlängert

Das im August 2008 gestartete Projekt »Elektronische Katalogisierung der Bibliotheca Augustiniana« wurde im Herbst 2010 aus Fördermitteln der DFG um weitere zwölf Monate verlängert, um die digitale Erschließung des Bibliotheksbestandes zum Abschluß zu bringen.
Neben den Hauptsammelgebieten »Augustinus, Augustinismus, Augustinus-Rezeption und Geschichte des Augustinerordens« wurden bisher auch folgende Sammlungsschwerpunkte elektronisch katalogisiert:
* Philosophie der Antike und des Mittelalters
* Kirchen- und Profangeschichte
* Frömmigkeitsgeschichte
* Dogmatik / Exegese / Moraltheologie
* Ordensgeschichte (Augustiner + andere Gemeinschaften)
* audiovisuelle Medien

BADA-OPAC

Seit 27. Oktober 2010 kann der Start des BADA-Katalogs direkt von der Homepage aus erfolgen. Mit derzeit rd. 43.000 Datensätzen umfaßt er nahezu den gesamten Bibliotheksbestand, dessen Katalogisierung seit August 2008 aus Mitteln der DFG finanziert wird.
Der Katalog befindet sich noch im Stadium der Überarbeitung. Da jedoch Katalogdaten mit Fehlern nützlicher sind als gänzlich fehlende Datensätze, werden in der Übergangsphase auch sie als Treffer angezeigt.
Eine weiterführende Suche (Registersuche) ist nach wie vor über das Rechercheportal »Würzburger KirchenOPAC« möglich.

Würzburger KirchenOPAC

Am 8. Juli 2010 wurde das neue Rechercheportal »Würzburger KirchenOPAC« freigeschaltet, das in Kürze auch am »Virtuellen Katalog Theologie und Kirche« teilnehmen wird.
Neben der Diözesanbibliothek Würzburg und der »Bibliotheca Carmelitana« gehört auch die »Bibliotheca Augustiniana« zu den teilnehmenden Bibliotheken des »Würzburger KirchenOPACs« ... Bericht - 48 KB