Deutsche Publikationen

Michael Klaus Wernicke

Glücklich wollen wir mit Sicherheit sein. Augustinus' Suchen nach dem Glauben

Würzburg: Echter 2015, 151 S.
ISBN 978-3-429-03821-2

Augustinus (354-430) gehört zu den großen Gestalten der Geistesgeschichte. Sein Denken hat die Entwicklung der westlichen Kultur wesentlich mitbestimmt. Zugleich hatte er von Anfang an Gegner. Manchen Philosophen und Theologen galt und gilt er als Erfinder des willkürlich strafenden Gottes, als jemand, der in seiner Theologie eine Logik des Schreckens entwickelt hat.

Demgegenüber stellt Michael Klaus Wernicke Augustinus als großen Glückssucher vor, als einen Mann, für den das Suchen nach dem Glauben die Suche nach dem Glück ist. Als jemanden, dem es nicht zunächst um Moral geht, sondern um das Glück im Glauben.

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Moritz Stetter

Luther. Text und Zeichnungen

Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2013, 159 S.

Wie kam es, dass Martin Luther Mönch wurde, anstatt als Jurist Karriere zu machen? Welche inneren und äußeren Anfechtungen führten schließlich zum Bruch mit der Katholischen Kirche? Welche Position nahm Luther im Bauernkrieg ein? Und wie stand er zu den Juden?
In eindrucksvollen Bildern zeichnet Moritz Stetter wichtige Stationen im Leben des Reformators nach und ordnet sie in das Lebensgefühl und die politische Situation seiner Zeit ein.
Martin Luther begegnet nicht nur als Erneuerer und Theologe. Sichtbar wird auch der Mensch: von Zweifeln geplagt, von Entschlossenheit getrieben, Gemeinschaft suchend und – nicht zuletzt – das Leben genießend. So wird Geschichte lebendig.

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Angela von Foligno

Das Memorial und die Letzten Worte

Übersetzt und kommentiert von Louise Gnädinger

St. Ottilien: EOS Verlag 2012, 236 S.
ISBN 978-3-8306-7535-8

Angela von Foligno (1248-1309) trat nach einem Bekehrungserlebnis in den Dritten Orden der Franziskaner ein, wo sie ein Leben in radikaler Armut führte. Ihre mystischen Erlebnisse und Visionen wurden von ihrem geistlichen Begleiter im »Memorial« gesammelt. Die Texte, die um Selbsthingabe und Kreuzesnachfolge kreisen, sind ein wichtiges Zeugnis mittelalterlicher Frauenmystik.

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Henry Deku

Gesammelte Schriften
Bd. 1: Wahrheit der Tradition. Kritische Reflexionen
Bd. 2: Wirklichkeit des Geistes. Kritische Reflexionen

Hrsg. von Werner Beierwaltes und Rolf Schönberger

Regensburg: Friedrich Pustet 2012, Bd. 1 595 S.; Bd. 2 689 S.
ISBN 978-3-7917-2393-8 (Bd. 1); 978-3-7917-2399-0

Henry Deku (1909-1993) war ein Philosoph, der ab 1946 an der Münchener Universität, aber auch an der University of Notre Dame/USA mit immensem Lehrerfolg tätig war. Seine in diesem Band gesammelten Beiträge werden hier erneut und in leicht überarbeiteter Form publiziert. Sie umfassen das gesamte Spektrum der Philosophie, beziehen sich auf alle Epochen der Philosophie und verbinden durchgängig philosophische Sachfragen mit dem Aspekt der Selbstdeutung und Selbstformung des Menschen. Deku vereint auf eine ganz seltene Weise überreiche Gelehrsamkeit mit schriftstellerischer Brillanz.

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Hermann Josef Sieben

Schlüssel zum Psalter. Sechzehn Kirchenvätereinführungen von Hippolyt bis Cassiodor

Paderborn u.a.: Ferdinand Schöningh 2011, 284 S.

Die Kirche betrachtete wie vieles andere vom Gottesvolk Israel Übernommene auch den Psalter von Anfang an als ihr eigenes Gebetbuch. Wie brachten die Kirchenväter den Gläubigen ihrer Zeit den Psalter als Gebet der Kirche nahe? Antwort geben die vorliegenden sechzehn Kirchenvätereinführungen in den Psalter. Unter den Autoren sind einige weniger bekannte Namen, aber auch große wie Origenes und Augustinus. Eine ausführliche Einleitung stellt die Textsammlung, z.B. Proömien und Vorworte zu Psalterauslegungen, vor, außerdem wird jeder Autor mit seinem Beitrag zur Psalmenauslegung der Kirche nach dem neuesten Stand der Forschung näher charakterisiert.

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Franz von Sales Doyé

Die alten Trachten der männlichen und weiblichen Orden sowie der geistlichen Mitglieder der ritterlichen Orden

Leipzig: Reprint Verlag Leizpig 2012, 96 S.; farb. Illustrationen
ISBN 978-3-8262-3027-1

Das Nachschlagewerk, Reprint der Originalausgabe von 1930, ermöglicht dank der 320 historischen Farbillustrationen die Bestimmung von Ordensgeistlichen auf historischen Gemälden. Der lexikographische Teil ist alphabetisch aufgebaut; von den präzisen Beschreibungen der Ordenstrachten wird auf die Abbildungen im Tafelteil verwiesen.

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Willigis Eckermann

Pater Engelbert Eberhard (1893-1958) - Augustiner, Provinzial, General. Eine Biographie

Würzburg: Echter Verlag 2012, 331 S.
(Studia Augustiniana Historica, 18) ISBN 978-3-429-03528-0

Der Augustinerpater Engelbert Eberhard trat 1930 das Amt des Provinzials der deutschen Augustiner an. Nach dem Wort des hl. Augustinus „Ein Herz und eine Seele auf dem Weg zu Gott“ führte er die Ordensprovinz durch die Stürme des Dritten Reiches.
Die vorliegende Biographie bietet aufgrund des vorhandenen archivalischen Materials einen Einblick in das Leben eines Augustiners, der durch die historischen Umstände vielfach herausgefordert wurde: Vom Aufbau einer deutschen Niederlassung in den Vereinigten Staaten in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Amt des Generals des weltweiten Augustinerordens reicht das Spektrum dieses außergewöhnlichen Ordenslebens. Das Werk vermittelt so einen lebendigen Eindruck von der bewegten Ordensgeschichte des 20. Jahrhunderts.

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Wolfgang Osiander

Die Reformation in Franken. Andreas Osiander und die fränkischen Reformatoren

Gunzenhausen: Schrenk-Verlag 2008, 224 S.
(Fränkische Geschichte, 14) ISBN 978-3-924270-55-1

Andreas Osiander war nicht der alleinige Reformator Frankens, ja nicht einmal Nürnbergs. Neben ihm stehen bedeutende Männer wie Wenzelslaus Linck, Dominikus Schleupner, Thomas Venatorius, Veit Dietrich, Andreas Althammer, Johannes Rurer, Georg Schmalzing und Caspar Löner. Sie alle haben einen wichtigen Beitrag zur Reformation in Franken geleistet, doch beschränkte sich ihr Wirken auf einen eng begrenzten Raum. Osiander wirkte weit über diesen hinaus. Seine Unterschrift unter dem Schlussprotokoll des Marburger Religionsgesprächs unterstreicht neben denen von Martin Luther, Justus Jonas, Philipp Melanchthon und Huldrych Zwingli schließlich seine Bedeutung für die gesamte Reformationsbewegung in Deutschland. Von allen fränkischen Reformatoren hat allein er eine eigenständige und auch eigenwillige Theologie entfaltet, weltanschauliche Grenzen seiner Zeit gesprengt und ein umfangreiches Werk hinterlassen.

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Mutterhaus der Augustinerinnen-Cellitinnen, Köln (Hrsg.)

700 Jahre Kloster zur Hl. Elisabeth in Köln
Texte von Adolar Zumkeller, Michael Wernicke und  Manfred Becker-Huberti 

Köln: Selbst-Verl. 2012, 178 S.
ISBN 978-3-00-036516-4

Die Augustinerinnen-Cellitinnen von St. Elisabeth sind die einzige klösterliche Gemeinschaft des Mittelalters, die in Köln ununterbrochen bis auf den heutigen Tag fortbesteht. Am 9. Januar 1312 vermachte die Kölner Bürgerin Lore von Vylich ihr Haus in der Antonsgasse der Begine Greta und ihren „Süstern“, damit sie Köln die Kranken pflegten. 1454 wurden die Beginen der Antonsgasse zu Klosterfrauen, indem sie sich zu einem Leben nach der Regel des hl. Augustinus verpflichteten. Zur Schutzpatronin wählten sie die heilige Elisabeth, die Patronin christlicher Caritas. Weil das Mutterhaus in der Antonsgasse 1943/44 durch Bomben zerstört wurde, errichtete man nach dem Krieg in Köln-Lindenthal (Gleueler Str. 301) ein neues Zentralkloster, verbunden mit einem Altenheim.

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Sabrina Ebbersmeyer

Homo agens. Studien zur Genese und Struktur frühhumanistischer Moralphilosophie

Berlin/New York: de Gruyter 2010, XI, 330 S.
(Quellen und Studien zur Philosophie, 95) ISBN 978-3-11-022576-1

Die Autorin rekonstruiert die Entstehung und spezifische Struktur der frühhumanistischen Moralphilosophie. Die Humanisten haben durch einen neuen Denkstil die scholastische Philosophie überwunden. Sie haben nicht nur eine Antwort auf eine spezifische philosophische Problemlage entwickelt, sondern auch auf ethische Fragen und Probleme, die bis in die Neuzeit hinein relevant geblieben sind.

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Anton Philipp Knittel (Hrsg.)

Unterhaltender Prediger und gelehrter Stofflieferant - Abraham a Sancta Clara (1644-1709). Beiträge eines Symposions anlässlich seines 300. Todestages

Eggingen: Edition Isele 2012, 263 S., Ill.
ISBN 978-3-86142-530-4

Am 1. Dezember 1709 starb Abraham a Sancta Clara in Wien. Als Autor und Prediger hatte der am 2. Juli 1644 in Kreenheinstetten als Johann Ulrich Megerle geborene Sohn des Trauben-Wirts spätestens nach dem Erscheinen seines satirischen Traktats Mercks Wienn im Jahr 1680 enormen Erfolg. Anlässlich des 300. Todestages dieses „prächtigen Originals“, wie Friedrich Schiller den hochgeschätzten Augustinermönch Abraham nannte, veranstaltete im März 2009 seine Heimatgemeinde Leibertingen im Teilort Kreenheinstetten ein dreitägiges interdisziplinäres und internationales Symposion. Historiker, Theologen, Pädagogen, Literatur- und Kulturwissenschaftler widmeten sich dem weitverzweigten Werk von Abraham a Sancta Clara.

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Mit Herz und Hand aus gutem Grund: 100 Jahre Ritaschwestern

Hrsg. von Schw. M. Teresa Reulbach OSA

Würzburg: Benedict Press 2011, 371 S., zahlr. Ill.

Aus dem Inhalt:
1. Gründung und Prägung der Gemeinschaft der Ritaschwestern
2. Einsatz der Ritaschwestern für Würzburger Juden
3. Blütezeiten der Gemeinschaft der Ritaschwestern
4. Ritaschwestern in anderen Ländern
5. Geistlich-soziale Familienhilfe
6. Was uns trägt
7. Unsere Sendung

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Joseph Ratzinger

Offenbarungsverständnis und Geschichtstheologie Bonaventuras. Habilitationsschrift und Bonaventura-Studien

Freiburg/Basel/Wien: Herder 2009, 912 S.

(Joseph Ratzinger Gesammelte Schriften, 2) ISBN 978-3-451-30130-8

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Wolfgang Weiß
in Verb. mit Anne Kraft, Peter Mainka und Katrin Schwarz (Hrsg.)

Franken und die Weltmission im 19. und 20. Jahrhundert

Würzburg: Kommissionsverlag Ferdinand Schöningh 2011, 423 S.
(Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg, 65) ISBN 978-3-87717-071-7

Der Sammelband versucht, aus ökumenischer Perspektive Einblicke in die Missionsgeschichte der beiden großen christlichen Konfessionen zu gewähren und zentrale Aspekte der regionalen Entwicklung zu erschließen. Gerade in Franken entstand seit dem frühen 19. Jahrhundert ein weitverzweigtes Netz von Initiativen und Organisationen, um die christliche Mission zu fördern. Nicht wenige ließen sich von der Idee begeistern, die christliche Botschaft in die Welt hinauszutragen.
Die Beiträge zeigen, dass die Begegnung mit der Mission nicht nur in die Anfänge und das Werden der sogenannten jungen Kirchen außerhalb Europas führt, sondern auch die Identität der Kirchen in der Heimat erhellt. Die Mission und ihr jeweiliges Selbstverständnis bilden geradezu den Seismograph für die Aufbrüche und Wandlungen in der Heimat.

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Beate Regina Suchla

Dionysius Areopagita. Leben - Werk - Wirkung

Freiburg/Basel/Wien: Herder 2008, 320 S.
ISBN 978-3-451-29949-0

Dionysius Areopagita (zwischen 476 und 518/28) zählt zu den faszinierendsten Gestalten des Christentums. Als Schöpfer eines literarischen Werkes, das schon früh als eine Art Zweite Heilige Schrift verstanden wurde, vertrat er mystische Theologie, die seither in jeder Generation gelesen und durchdacht wurde, was ihm den Titel Vater der abendländischen Mystik eintrug. Als philosophisch geschulter Denker integrierte er den Athener Neuplatonismus in die christliche Theologie und formte ihn dabei eigenständig um. Entgegen dem herrschenden Trend seiner Zeit trat er entschieden für einen friedlichen Dialog zwischen Christen und Andersdenkenden ein und schuf so ein nachhaltiges Diskurs- und Toleranz-Paradigma.

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Volker Leppin

Geglaubte Wahrheit. Das Theologieverständnis Wilhelms von Ockham

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1995, 365 S.
(Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte, 63) ISBN 3-525-55173-8

Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen eines Denkers, der zwei Jahrhunderte lang große Wirkung auf die europäische Geistesgeschichte ausgeübt hat. Das allgemeine Wissenschaftsverständnis Wilhelms von Ockham und sein Theologieverständnis werden unter Berücksichtigung der systematischen Zusammengehörigkeit ihrer Elemente wie der sie betreffenden denkerischen Entwicklungen auf der Grundlage der akademischen Schriften rekonstruiert. Verfolgt werden auch die Nachwirkungen dieser Gedanken in der Zeit, als Ockham sich als kirchenpolitischer Schriftsteller betätigte.

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Franz Brendle

Der Erzkanzler im Religionskrieg. Kurfürst Anselm Casimir von Mainz, die geistlichen Fürsten und das Reich 1629 bis 1647

Münster: Aschendorff 2011, XIII, 578 S.
(Reformationsgeschichtliche Studien und Texte, 156) ISBN 978-3-402-12802-2

Der Mainzer Kurfürst Anselm Casimir Wambold von Umstadt nahm im Dreißigjährigen Krieg als Reichserzkanzler eine herausragende Position innerhalb der katholischen Kriegspartei ein. Dabei hatte er sich mit katholischen wie protestantischen Reichsfürsten zu verständigen, deren Territorien völlig unterschiedliche religiöse Entwicklungen genommen hatten und deren Politik im Dreißigjährigen Krieg vielerlei Schwankungen unterworfen war.
In der Religionsfrage ist Anselm Casimir auf Reichsebene der Verfechter einer moderaten, auf Verständigung mit den protestantischen Ständen angelegten Ausgleichspolitik. Die bislang von der Forschung nicht beachteten Initiativen zur Herstellung eines allgemeinen Friedens bereits in den 1630er Jahren sind ein herausragendes Zeugnis seiner Verständigungsbereitschaft. Darin liegt die eigentliche Größe Anselm Casimirs, dass er zu einem Zeitpunkt ein zukunftsweisendes Konzept vertreten hat, als die anderen katholischen Stände ihre Hoffnung noch auf die Waffen des Kaisers und der Liga setzten.

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Michael Margoni-Kögler

Die Perikopen im Gottesdienst bei Augustinus. Ein  Beitrag zur Erforschung der liturgischen Schriftlesung in der Frühen Kirche

Wien: Österreichische Akademie der Wissenschaften 2010, 665 S.

(Veröffentlichungen der Kommission zur Herausgabe des Corpus der Lateinischen Kirchenväter, H. 29) ISBN 978-3-7001-6550-7

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Hans Schneider

Martin Luthers Reise nach Rom - neu datiert und neu gedeutet.

In: Studien zur Wissenschafts- und zur Religionsgeschichte, hrsg. von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Berlin: de Gruyter 2011, S. 1-157
(Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen; N.F. 10) ISBN 978-3-11-025175-3

Luthers Romreise ist eine ein mehrfacher Hinsicht bedeutsame Episode seiner frühen Biographie, in mancher Hinsicht sogar eine Schlüsselepisode. Für ihn, dessen bisheriger Lebensweg nicht über den thüringisch-sächsischen Raum hinausgeführt hatte, war es die erste große Reise, und es blieb die weiteste und längste seines Lebens. ... Luther reiste in Ordensangelegenheiten, und daß gerade er ... nach Rom geschickt wurde, zeigt die Reputation, die sich der noch recht junge Mönch ... bereits erworben hatte. Für Luther war die Reise aber nicht nur eine ›Dienstreise‹, sondern zugleich eine Pilgerfahrt in die heilige Stadt, deren ›Mirabilia‹ er bestaunen und an deren geistlichen Gnadenschätzen der angefochtene Mönch Anteil gewinnen wollte. Luther plauderte später gern über mancherlei Reiseimpressionen ... Allerdings waren die Wahrnehmungen, die er einst in Rom gemacht hatte, inzwischen für ihn in ein neues Licht gerückt und gaben nun seiner Kritik an der römischen Kurie manche Konkretion ... (Einleitung, S. 6f.).

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Clemens Engling

Die Wende im Leben Clemens Brentanos. Folgen der Begegnung mit Anna Katharina Emmerick

Würzburg: echter 2009, 246 S.
ISBN 978-3-429-03174-9

Der Dichter Clemens Brentano (1778-1842), von dem Friedrich Nietzsche sagte, daß er unter den deutschen Dichtern „am meisten Musik im Leibe“ habe, ist von der Mystikerin Anna Katharina Emmerick (1774-1824, seliggesprochen am 3. Oktober 2004) geprägt und verändert worden. Nach der Begegnung in Dülmen (Oktober 1818 bis Februar 1824) sah Brentano seine „Lebensaufgabe“ fortan darin, aus den Dülmener Handschriften ein religiöses Werk zu schaffen. Das Andachtsbuch „Das Bittere Leiden“ erreichte schon im 19. Jahrhundert sehr hohe Auflagen und wird bis heute in aller Welt gelesen.
Dieser Band würdigt die religiösen Schriften Brentanos und bringt die Folgen seiner Begegnung mit Anna Katharina Emmerick für sein Leben und Werk neu zur Sprache.

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Erik Peterson

Ekklesia. Studien zum altchristlichen Kirchenbegriff

Würzburg: echter 2010, 222 S.
(Erik Peterson, Ausgewählte Schriften, Sonderband) ISBN 978-3-429-03286-9

Dieser Sonderband enthält hauptsächlich eine Reihe von bisher unveröffentlichten Vorträgen Petersons über den altchristlichen Kirchenbegriff, die im Frühjahr 1926 entstanden und in den folgenden Jahren noch etwas erweitert wurden. Sie waren wichtige Vorarbeiten für den berühmten Traktat „Die Kirche“, den Peterson im Herbst 1928 veröffentlichte. Auch dieser Traktat wird im vorliegenden Band erneut abgedruckt, ergänzt von einer weiteren kleinen Vorarbeit zur Frage der Konstituierung der Kirche sowie der Einleitung zum „Buch von den Engeln“, in der Erik Peterson 1935 einige wichtige Einsichten über den altchristlichen Kirchenbegriff noch einmal zusammengefaßt formulierte.

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Volker Leppin

Das Zeitalter der Reformation. Eine Welt im Übergang

Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2009, 160 S., Ill.

Die Reformation sprengt die religiöse Einheitlichkeit des christlichen Europa und leitet über zu neuen Formen der Frömmigkeit, zu einem neuen Kirchenverständnis, aber auch zu Glaubenskämpfen und Verunsicherungen. Zentrale Figur des Geschehens ist der Augustiner-Mönch Martin Luther, der die unumkehrbare Entwicklung in Gang setzte.
Der reich bebilderte Band stellt alle Aspekte der Reformation klar und allgemeinverständlich dar und nutzt zeitgenössische Abbildungen als Quellen und integralen Bestandteil. Zeitlich reicht er von der spätmittelalterlichen Vorgeschichte bis zu den Folgen, der Konfessionalisierung. Er umfasst Frömmigkeits- und Theologiegeschichte, politische Geschichte, Sozialgeschichte und Mediengeschichte. Insgesamt liegt so ein Buch zur Reformation vor, wie es derzeit nicht zu haben ist.

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Heinz Gauly

Die Brüder Johann aus Steinach an der fränkischen Saale. Erbauer astronomischer Uhrwerke und Konstrukteure von "Weltmaschinen"

Bad Neustadt/Creußen: sendner & neubauer 2010, 86 S., Ill.

Augustiner-Mönche und Uhrmacher:

Heinz Gauly würdigt Leben und Werk der Gebrüder Johann aus der Gemeinde Steinach an der fränkischen Saale, die nach der Säkularisierung des Mainzer Augustinerklosters in ihr fränkisches Heimatkloster Münnerstadt flohen und sich dort als Priestermechaniker mit der Beschreibung und Konstruktion astronomischer Uhren einen Namen machten.

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Johannes Merz / Nikola Willner (Hrsg.)

Kirchliche Buchbestände als Quelle der Kulturgeschichte

Würzburg: Echter 2010, 230 S.
(Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken, 5) ISBN 978-3-429-03238-8

Seit jeher gilt die Kirche als Hort der Bildung. Voraussetzung dafür sind Bibliotheken auf der Höhe des Wissens ihrer Zeit. Zahlreich sind die Buch-Hinterlassenschaften von Domkirchen, Klöstern, Dekanaten, Pfarreien oder einzelnen Kirchenvertretern. Vieles davon ist durch die Säkularisation in private Hand übergegangen, vieles auch vernichtet worden. Dabei wird gerne übersehen, dass sich immer noch bedeutende Bibliotheken in kirchlicher Obhut befinden.
Dieser Band fragt nach den kirchlichen Bibliotheken, nach Entwicklungen, Funktionen, Inhalten und Nutzungen. Anhand von Beispielen sollen unterschiedliche Typen mit ihren charakteristischen Merkmalen vorgestellt und ihre kulturgeschichtliche Bedeutung verdeutlicht werden. Auf diese Weise soll auch das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass durch die Zerstörung von gewachsenen Büchersammlungen – etwa infolge der vermehrten Auflösung kirchlicher Einrichtungen – Informationen unwiederbringlich verloren gehen.

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Augustinus - Recht und Gewalt. Beiträge des V. Würzburger Augustinus-Studientages am 15./16. Juni 2007. Mit einer kommentierten Quellensammlung zur Richtertätigkeit Augustins

hrsg. von Cornelius Mayer OSA  unter Mitarb. von Guntram Förster

Würzburg: Augustinus bei echter 2010, 290 S.
(Cassiciacum 39,7 ; Res et Signa 7) 978-3-429-04176-2

Die staatsphilosophischen und sozialtheologischen Überlegungen des Augustinus von Hippo (354-430) zum Verhältnis von Recht und Gewalt haben bis heute nichts von ihrer Brisanz verloren. Im Mittelpunkt dieses Tagungsbandes stehen die von Augustinus entwickelten Kriterien zur Legitimität von staatlicher Gewalt. Verständlich sind die Aussagen des Kirchenvaters freilich nicht ohne den pagan-philosophischen Kontext der Antike, der ebenso dargelegt wird wie Aspekte des Fortwirkens im politischen Augustinismus des Spätmittelalters. Zur Sprache kommt ferner – gleichsam als Kontrapunkt zur augustinischen Tradition – der Staatsphilosoph der Neuzeit Niccolo Machiavelli, während der von Augustinus maßgeblich geprägte Begriff des »gerechten Krieges« im Kontext aktueller Fragen des modernen Völkerrechts erörtert wird. Ergänzt wird die Dokumentation durch eine kommentierte Quellensammlung zur Richtertätigkeit Augustins.

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Marc-Aeilko Aris / Susana Bullido del Barrio (Hrsg.)

Hrabanus Maurus in Fulda. Mit einer Hrabanus Maurus-Bibliographie (1979-2009)

Frankfurt am Main: Verlag Josef Knecht 2010, 349 S.
(Fuldaer Studien, 13) ISBN 978-3-7820-0919-5

Die Beiträge des Dokumentationsbandes des Hrabanus-Maurus-Symposiums im Jahr 2006 in Fulda fokussieren das Wirken Hrabans im und um das Kloster Fulda. Einerseits wird der Blick immer wieder auch auf andere Orte gerichtet, an denen Hraban entscheidene Prägungen erfahr, wie z.B. in seiner Studienzeit bei Alkuin in Tours, andererseits soll sein literatisches Schaffen in Fulda betont werden, das sich in einem Übergang von einem eher rezeptiven zu einem ausgesprochen produktiven Umgang mit Texten dokumentiert. Darüber hinaus soll auch seine rege Bautätigkeit für das Haupt- und die Nebenklöster vor Augen gestellt werden, verbunden mit seiner Sorge um den »cultus divinus« und einem stark ausgeprägten Bemühen um die Translation und Verehrung von Reliquien, die dem Kloster in der Buchonia den Charakter einer sakralen Landschaft verleihen sollten. Die intellektuellen und spirituellen, wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen und Wirkungen, in die Hrabans Tätigkeit in Fulda eingeordnet werden kann, werden in diesem Aufsatzband aus unterschiedlichen Persepektiven zur Sprache kommen (S. 9).

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Alexander Fidora / Johannes Fried / Matthias Lutz-Bachmann / Luise Schorn-Schütte (Hrsg.)

Politischer Aristotelismus und Religion in Mittelalter und Früher Neuzeit

Berlin: Akademie Verlag 2007, 197 S.
(Wissenskultur und Gesellschaftlicher Wandel, 23) ISBN 978-3-05-004346-3

Im Zentrum dieses Bandes steht die Untersuchung des Wechselspiels und der Eigenlogik von Politik, Religion und Philosophie im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Untersucht wird die Differenzierung religiöser und politischer Diskurse im Medium der aristotelischen Philosophietradition. Den Leitgedanken bildet dabei die Frage nach der Art und Weise, in der verschiedene Autoren jener Epoche – teils affirmativ, teils polemisch – auf Aristoteles und seine Philosophie Bezug nahmen und so zur Herausbildung einer bestimmten Form von Politischem Aristotelismus beitrugen, der religiöse und philosophische Argumentationen in ihren Geltungsansprüchen kritisch gegeneinander abhebt.

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Martin Weindl

Kloster Seemannshausen. Ein »Stadtorden« auf dem Land. Der Augustiner-Eremiten-Konvent Seemannshausen im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit

Regensburg: Verlag des Vereins für Regensburger Bistumsgeschichte 2008, LIII, 223 S.
(Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg; Beiband 18) ISSN 0945-1722

Die Dissertation knüpft an die Ergebnisse der jüngsten Mendikantenforschung an, die die Bettelorden nicht mehr nur als Phänomen mittelalterlicher Urbanität versteht, sondern auch ihre Ausstrahlung auf die dörfliche Welt und den Grad ihrer Integration in ländliche Strukturen genauer bestimmen will.
Diese Erweiterung der Perspektive drängt sich beim niederbayerischen Augustiner-Eremiten-Konvent Seemannshausen geradezu auf, weil er aus einem 1255 vom Regensburger Domdekan Seemann gestifteten, eher agrarisch orientierten Wilhelmiten-Kloster hervorging und deshalb von vorneherein darauf angewiesen war, in der ländlichen Gesellschaft einen adäquaten Platz zu finden. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür schufen die Erstausstattung durch die Gründerfamilie und Zuwendungen der Grafen von Leonsberg. Auf dieser Basis konnte der Konvent ein Netz vielfältiger Kontakte zum regionalen Adel aufbauen, die seine Existenz zu konsolidieren halfen.

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Rolf Darge / Emmanuel J. Bauer / Günter Frank (Hrsg.)

Der Aristotelismus an den europäischen Universitäten der frühen Neuzeit

Stuttgart: Kohlhammer 2010, 368 S.
ISBN 978-3-17-020976-3

Seit ihren Anfängen um 1200 konzentrieren und potenzieren Universitäten die Suche nach methodisch begründetem allgemein nachprüfbarem Wissen. Die Dynamik dieser Entwicklung verdankt sich bis in die Neuzeit hinein der Aristotelis-Rezeption, die in Schüben verläuft: der frühmittelalterlichen Rezeption einiger fundamentaler logischer Schriften und der hochmittelalterlichen Auseinandersetzung mit dem gesamten Corpus Aristotelicum folgt im 15. und 16. Jahrhundert eine dritte große Rezeptionswelle, die durch neue philologische und textkritische Methoden gekennzeichnet ist. Die Aneignung erfolgt dabei nicht als bloße Fortsetzung des mittelalterlichen Aristotelismus, sondern produktiv in einer Vielzahl von Fragestellungen und Annäherungsweisen. Die Vielfalt nimmt in nachreformatorischer Zeit noch zu. Welche Transformation erfährt das aristotelische Denken bei dieser Aneignung? Welche äußeren Faktoren haben die fortgesetzte Wirkung des Aristotelismus an den Universitäten begünstigt?

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Gertrud Hofmann / Werner Krebber

Die Beginen. Geschichte und Gegenwart

Kevelaer: Verlagsgemeinschaft topos plus 2008, 2. aktualisierte Auflage, 107 S.
(topos taschenbücher, 530) ISBN 978-3-8367-0530-1

Um den Menschen in ihrer sozialen Not beizustehen und auf diese Weise den Glauben konkret werden zu lassen, schlossen sich im Mittelalter zahlreiche Frauen zur Bewegung der Beginen zusammen. Seit einigen Jahren wird diese Lebensform wieder neu entdeckt. Die Autoren zeichnen die Geschichte der Beginen nach, geben Einblick in das Selbstverständnis dieser Bewegung und skizzieren deren heutige Tätigkeitsfelder.

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Ludger Honnefelder

Woher kommen wir? Ursprünge der Moderne im Denken des Mittelalters

Berlin: Berlin University Press 2008, 383 S.
ISBN 978-3-940432-28-5

Die landläufige Meinung hält das Mittelalter für ein Museum vergangener Lebensformen – eine Zwischenzeit, gegen deren Widerstand die Neuzeit Humanismus und Aufklärung allererst durchsetzen musste.
Der genaue Blick der Forschung zeigt, daß gerade auf dem Höhepunkt des Mittelalters »Ursprünge der Moderne« liegen. Der lateinische Westen stößt auf die vollständige aristotelische Philosophie und die hoch entwickelte arabische Wissenschaft. Auf dem Hintergrund eines weltgeschichtlich singulären Austauschs der Kulturen kommen neue Themen auf die Tagesordnung: Freiheit und Kontingenz, Geschichte und Individualität, Natur und Erfahrung. Es entsteht die Verbindung des abrahamitischen Gottesglaubens und der griechischen Philosophie, die für Europa und den Westen prägend wird und die Moderne entstehen lässt.

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Thomas Sterba

Herders neues Klösterlexikon

Freiburg u.a.: Herder 2010, 909 S., Ill.
ISBN 978-3-451-30500-9

Im Spätmittelalter existierten auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland etwa 2000 Klöster und regulierte Stiftskonvente. Gut zwei Drittel dieser Ordensniederlassungen hinterließen noch heute vorhandene Bauwerke. Herders neues Klösterlexikon beschreibt die entsprechenden Objekte, die vom Beginn des monastischen Lebens in Deutschland im 7. Jh. bis in die spätmittelalterliche Zeit (um 1520) entstanden sind. Die 1300 Stichworteinträge umfassen die jeweilige Klostergeschichte und skizzieren den heutigen baulichen Zustand sowie architektonische Besonderheiten.
Neben den Klöstern und Stiften werden auch die Orden des Mittelalters, Reformverbände sowie hervorragende Persönlichkeiten der mittelalterlichen Ordensgeschichte geürdigt.

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Spiritus et Littera. Beiträge zur Augustinus-Forschung
Festschrift zum 80. Geburtstag von Cornelius Petrus Mayer OSA

Hrsg. von Guntram Förster, Andreas E.J. Grote, Christof Müller

Würzburg: Augustinus bei echter 2010, XCIV, 825 S.
(Cassiciacum, 39; Res et Signa, 6) ISBN 978-3-429-04175-5

Der Sammelband entfaltet in 40 Aufsätzen ein repräsentatives Panoptikum der gegenwärtigen internationalen Forschung über Augustinus von Hippo (354-430), sein Denken und sein Werk. Die vorwiegend in deutscher, teilweise auch in englischer, französischer oder spanischer Sprache schreibenden Autoren, darunter ebenso renommierte Forscher wie junge Nachwuchswissenschaftler, entstammen unterschiedlichen Disziplinen. Ihre Beiträge werfen je spezifische Schlaglichter auf »Spiritus et Littera«, »Geist und Buchstabe«, des großen Kirchenvaters, beleuchten aber auch herausragende Momente und Personen der augustinischen Wirkungsgeschichte.

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Jörg Janes

Affektive Theologie und Kirchenreform: Die deutschen Augustiner-Eremiten als Wegbereiter der Reformation

München: Martin Meidenbauer-Verlagsbuchhandlung 2010, 94 S.

ISBN 978-3-89975-773-6

Die Augustiner-Eremiten, aus deren Reihen der Reformator Martin Luther hervorging, verstanden sich als Werkzeug im Dienst der Erneuerung der Kirche. Diese Betrachtung der Geschichte des OESA spürt den vitalen Kräften einer an der apostolischen Tradition orientierten Erneuerungsbewegung nach. In den Reflexionen auf die Reformation im Anschluss an historische Skizzen zu Wirkungsfeld, Selbstverständnis und Theologieverständnis wird Luther konfrontiert mit dem, was als spirituelle Kraft den Augustiner-Eremiten aus dem menschlichen und denkerisch anspruchsvollen Vorbild des Kirchenvaters Augustinus zufloss. Dabei geht es nicht nur um dem Kontext der dem Reformator in Erfurt an der Universität und im Studium Generale vermittelten Theologie. Die vorliegende Arbeit beleuchtet die Vorgänge auf den großen Reformkonzilien und die Rolle des OESA in Wissenschaft und Kultur, aber auch im Überlebenskampf der Bettelorden mit Bischöfen und Weltklerus.

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Esther-Maria Wedler (Red.)

Herkunft aber bleibt Zukunft. Das Augustinerkloster Gotha in Geschichte und Gegenwart.

Gotha 2008, 97 S. ; Ill.

Das Augustinerkloster Gotha blickt auf eine lange Geschichte zurück, die nicht nur das Kloster, sondern auch die Stadt Gotha nachhaltig prägte.

Die Festschrift zum 750-jährigen Jubiläum schlägt einen großen Bogen von den Anfängen des Klosters als Wohn- und Wirkungsstätte von Augustinermönchen, über das Leben und Wirken von Friedrich Myconius und die Schulgeschichte bis hin zu den friedlichen Demonstrationen von 1989, dem Umbau zu einem modernen Begegnungszentrum und der Frage nach Religion und Glaube in unserer modernen Zeit.

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Carolin M. Oser-Grote / Andreas E.J. Grote (Hrsg.)

Simon Fidati von Cascia OESA. Augustinische Theologie und Philosophie im späten Mittelalter (Cassiciacum ; 52)

Würzburg: Augustinus bei echter 2006, 474 S. ; Ill.

ISBN 978-3-7613-0216-3

Der Augustinereremit Simon Fidati von Cascia in Umbrien (ca. 1295 bis 1348), ein Vertrauter des Franziskanerspiritualen Angelo Clareno, verfaßte zahlreiche moraltheologische Schriften und wirkte als Wanderprediger in Mittelitalien. Besonders in Florenz suchte die intellektuelle und politische Elite seinen Rat. Jedoch auch nördlich der Alpen fand sein Werk, vor allem der Evangelienkommentar De gestis domini salvatoris, weite Verbreitung.

Die Beiträge aus verschiedenen theologischen und philosophischen Blickwinkeln fokussieren sowohl die historische Persönlichkeit als auch das literarische Oeuvre Simons, das teils in lateinischer Sprache, teils in italienischer Volkssprache vorliegt. Simons Quellenrezeption und Methodik werden ebenso thematisiert wie seine Bedeutung für die spätmittelalterliche Theologie und Pädagogik, seine Stellung innerhalb des Augustinerordens oder die Frage, warum dieser Mönch gerade auch bei Frauen hohes Ansehen genoß.

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