"Vielmehr habe ich euch Freunde genannt!"
Internationales Augustiner-Jugend-Treffen

Lange habe ich darauf gewartet, dass es endlich losgehen kann! Dies war nun mein drittes IAJT und es sollte das Beste werden, das ich je erlebt habe. Es war ein Treffen, das sich in Worten eigentlich nicht beschreiben lässt!

255 Jugendliche, junge Erwachsene und Augustiner/innen aus 17 Ländern dieser Welt, die sich auf den Weg zum 10. IAJT gemacht haben! Versammlungsort war ein großes Gelände in der Nähe von St. Albans bei London. Das Erfreuliche war, dass alle Kontinente vertreten waren, und ich habe es während dieser Woche geschafft, mit jedem Kontinent, vielleicht sogar mit jeder Nation ins Gespräch zu kommen. Dies ist mir auf den anderen Treffen nicht gelungen. Alle waren so herzlich und offen!

Aus der deutschen Provinz habe ich mich als Einzelkämpferin auf den Weg zu diesem IAJT gemacht. Da es nicht mein erstes Treffen war und ich einige Leute kannte, hatte ich keine Bedenken alleine zu reisen. Als ich in den Bus gestiegen bin, traf ich zu meiner Überraschung doch ein bekanntes Gesicht. Einigen ist er sicherlich bekannt: P. Franz Klein OSA, der ja zurzeit in Rom ist. Dies war ein freudiges Wiedersehen, da wir uns eine Weile nicht gesehen hatten.

Wir kamen alle zusammen, um uns gemeinsam eine Woche lang mit dem Thema Freundschaft zu beschäftigen basierend auf den Worten Jesu an seine Jünger: „I call you friends“ – „Vielmehr habe ich euch Freunde genannt“! (Johannes 15,15) Auch Augustinus hat während seiner Lebzeiten sich nach der wahren Freundschaft gesehnt. Seine Freunde waren ihm sehr wichtig, vor allem als er begriff, dass es nur dann eine wahre Freundschaft ist, wenn sie auf Christus baut. Es sehnte sich aber auch nach der wahren Freundschaft zu Gott.

Wir haben uns Gedanken gemacht, was für uns Freundschaft bedeutet, wer sind meine Freunde, welche Personen waren und sind auf unserem Lebensweg wichtig, wer begleitet uns und wie stehe ich zur Freundschaft mit Gott und Jesus? In unseren Language-Groups, den sogenannten Sprachgruppen, wurden diese Themen diskutiert. Meine Gruppe war eine Mischung aus Slowaken, Tschechen und Polen. Trotz mancher Sprachbarrieren haben wir es geschafft unsere Gedanken und Gefühle auszutauschen. Wir waren alle sehr unterschiedlich, doch haben wir einen gemeinsamen Glauben, den wir in diesen Tagen gemeinsam gelebt haben. Es war sehr spannend und interessant die unterschiedlichen Kulturen und Lebens- und Glaubensweisen während des „Festival of Nations“, der täglichen Gottesdienste, Tagesgebete und in Gesprächen kennenzulernen.

Es ist schwer zu erklären, was für Gefühle in uns (den Teilnehmern), aber vor allem in mir wach wurden. Man hatte einerseits das Gefühl vor Freude von innen zu strahlen, andererseits hatte ich so viele Glücksgefühle, dass ich dachte ich könnte gleich zerplatzen. In vielen Gesprächen habe ich herausgefunden, dass es auch andere junge Menschen auf der ganzen Welt gibt, die ihren Glauben und die Präsenz Gottes so stark gespürt haben.

Neben all diesem Positiven haben wir aber auch geschaut, wo es soziale Ungerechtigkeiten gibt. Ich habe mir z. B. einen Vortrag angehört von einem Amerikaner, der ein Haus in Tijuana/Mexiko betreut, wo Kinder versorgt werden, die von ihren Eltern verlassen oder misshandelt wurden oder aus unterschiedlichsten Gründen aus den Familien genommen werden mussten. Sie bekommen ein neues und sicheres Zuhause. Er hat uns Briefe von den Kindern mitgebracht, und jeder hat einen Brief bekommen mit der Bitte auf ihn zu antworten. Ich fand dies eine schöne Idee und freue mich, wenn ich eine Nachricht erhalte.

Während der Tage beim IAJT hatten wir einen Ausflugstag. Der Weg führte uns nach Clare Priory und Cambridge. In Clare Priory haben sich die ersten Augustiner in England niedergelassen. Wir wurden sehr herzlich mit einem Kaffee- und Kuchenstand von der Gemeinde empfangen. Gemeinsam haben wir Gottesdienst gefeiert, und es gab reichlich zu essen. Der Höhepunkt des Aufenthalts war das Pflanzen eines Eichenbaumes. Im Anschluss ging es dann weiter nach Cambridge, wo wir das St. John’s College besuchten und uns das Städtchen anschauen konnten.

Während des IAJT’s sind wir alle noch mehr zu einer Familie zusammengewachsen. Wir haben zwar schon immer durch unsere Kontakte zu Augustinern zu einer Familie dazugehört, doch diese Tage haben uns noch mehr zusammengeschweißt. Wir sind überall auf der Welt verteilt, doch trotz allem gehören wir zur augustinischen Familie. Dies hat uns Mut und Kraft gegeben, als es Zeit war 'Auf Wiedersehen' zu sagen.

Wir haben viele neue Freundschaften geschlossen, alte Freundschaften vertieft, und ich hoffe, dass ich den „Spirit“ der auf diesem Treffen gelebt wurde, weitergeben kann an Freunde und Bekannte in meiner näheren aber auch weiteren Umgebung.

Ein Treffen voller Freude, Trauer und Emotionen ging zu Ende; aber das nächste Ziel steht nun auch schon fest! Ich hoffe, ich werde nächstes Mal nicht alleine reisen müssen, um 2013 am 11. IAJT in BRASILIEN teilzunehmen!!!

Dominika Breczewska