Das Ordentliche Kapitel im Vikariat Kongo

In guter und brüderlicher Atmosphäre feierten die Mitbrüder des Kongo in Dungu vom 15. März bis 18. März 2010 ihr nunmehr 4. Kapitel seit der Gründung des Vikariates beim Generalkapitel unseres Ordens 1995. Zum ersten Mal war es möglich, dass der Generalprior des Ordens, P. Robert F. Prevost OSA, bei diesem wichtigen Ereignis des Vikariates anwesend sein konnte und als Präsident die Sitzungen leitete.

Gekommen waren auch P. Paul De Wit OSA, Provinzial der belgischen Ordensprovinz und Präsident der „Föderation Kongo", einer Föderation der Provinzen von Deutschland und Belgien, sowie der Generalassistent für die Regionen von Afrika, P. Franz Klein OSA. Unser Provinzial, P. Raimund Klinke OSA, der in den vergangenen vier Jahren als Präsident der Föderation das Vikariat Kongo begleitete und das Kapitel mit vorbereitet hatte, verzichtete auf eine persönliche Teilnahme. Sein Brief an die Teilnehmer des Kapitels wurde am Beginn der Sitzungen vorgelesen. Die Brüder im Kongo haben sich darüber sehr gefreut.

Schon im Vorfeld des Kapitels war durch eine Befragung aller Mitglieder des Vikariates der neue Vikar des Kongo, P. Martin Banga, vom Rat der Föderation bestätigt und ernannt worden. In der Feier der Eucharistie zum Heiligen Geist am Anfang des Kapitels, die von P. General zelebriert wurde, legte der bisherige Vikar, P. Michel Kaneru, die Siegel des Vikariates zurück in die Hände des vorsitzenden Generalpriors. Nachdem P. Martin sich vor allen Brüdern zum Glauben bekannt hatte, wurden ihm die Siegel übergeben. Der Generalprior dankte dem scheidenden Vikar P. Michel und wünschte dem neuen Vikar, P. Martin, eine gute Hand und den Geist Gottes in seinen Entscheidungen.

Am Nachmittag des ersten Tages standen die Wahlen der neuen Vikariatsräte, des Ökonoms und des Sekretärs auf dem Programm. Auf Vorschlag von P. Martin wurde P. Donatien Badi zum 1. Rat und P. Dominic Habakuk zum 2. Rat gewählt. Das Amt des Sekretärs wurde durch Wahl an P. Christian Ntibi übertragen. Zum Ökonom des Vikariates wurde P. Bernard Alinye wiedergewählt.

Nun ging es zu den Themen des Kapitels: Zunächst wurden die Berichte des Vikars, der Finanzbericht, die Berichte der Konvente und der Brüder in der Ausbildung besprochen. Danach ging es um die Frage: Welche wichtigen Schritte sollen in den nächsten vier Jahren gegangen werden? Im brüderlichen Miteinander einigten die Brüder sich, dass man zum einen den Blick auf eine zu gründende Schule in der Hauptstadt Kinshasa lenken möchte, dass aber auch die Anfrage des Bischofs der Diözese Buta weiterhin aktuell bleiben soll, dort eine kleine Pfarrei auf dem Land zu übernehmen, um so der pastoralen Not der dortigen Diözese entgegenzuwirken. Der Plan der Ausbildung war ein weiteres Thema sowie die Frage, in welchem Haus das Jahr vor dem Noviziat stattfinden sollte. Das soll weiterhin in Poko sein. In Kleingruppen wurde eingehend über die Frage von Ausbildung und Berufungen gesprochen. Ein weiterer Punkt war die Angleichung der Statuten des Vikariates an die heutigen Bedürfnisse. Zur Frage der Zukunft und der Sicherung derselben machten sich die Brüder Gedanken, wie eine Krankenversicherung ermöglicht werden könnte. Sie beschlossen nach den Beratungen, 3% ihres jährlichen Budgets in einen eigenen Fond zur Krankenversorgung zu geben, denn eine Versicherung ist im Kongo zur Zeit unmöglich.

Mit einem abschließenden Wort des neuen Vikars und dem Lesen und Unterzeichnen der Akten wurde das Kapitel am Abend des 18. März 2010 beendet. Es hat den anwesenden Mitbrüdern große Hoffnung gegeben in der schwierigen Situation, in der sich die Demokratische Republik Kongo nach wie vor befindet und in der die Mitbrüder dort leben und arbeiten. Kleine Schritte vorwärts helfen, um mit Mut und Entschlossenheit die nötigen Entscheidungen zu treffen und umzusetzen.

Dungu, 19. März 2010

P. Franz Klein OSA