Ein Grund zur Freude

Vorbereitung der ersten Profess
Das Noviziatshaus in Amadi

Nach der Priesterweihe steht ein Besuch im Noviziatskonvent im von Dungu 210 Kilometer entfernten Amadi an. Dort beginnt der Tag wie jeder andere mit dem Morgengebet in der Kapelle um 6 Uhr. Plötzlich geht das Licht aus. Das Morgengebet verstummt. Wieder einmal ist der Generator, der morgens und abends Strom liefert, ausgefallen. Panik bricht deshalb nicht aus. Kurzerhand wird das Morgengebet ins Freie verlegt. Jetzt stimmen die Vögel mit ein in das Morgenlob der versammelten Brüder. Was bei uns, die wir an europäische Standards gewöhnt sind, zu Verunsicherungen führt, ist für die Augustiner in Amadi und für die Menschen im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo Normalität und Alltag: Man muss sich nur zu helfen wissen. Irgendwie geht es schon weiter. Man muss eben manchmal etwas improvisieren.

Die Novizen (von links nach rechts) Fr. Distel, P. Dominique (Novizenmeister), Fr. Gislain und Fr. Frederic

Die Stimmung im Noviziat der Augustiner ist gut. Für die drei Novizen Distel, Gislaine und Frédéric geht ihr Noviziatsjahr zu Ende. Am 1. August 2012 haben zwei von ihnen die ersten Gelübde abgelegt. Nach einer Zeit der Prüfung oder besser Überprüfung der Berufung zum Ordensleben als Augustiner und einer Einübung in die Grundlagen eines augustinisch geprägten klösterlichen Lebens wollen sie sich jetzt mit ihrem Professversprechen an den Orden der Augustiner für ein Jahr binden. Das ist Grund zur Freude und zum Feiern sowohl für die Kandidaten, obwohl ihre Eltern und Angehörigen nicht zur Professfeier nach Amadi kommen können, wie auch für das im Aufbau begriffene Augustiner-Vikariat im Kongo, dem dann dreiundzwanzig Brüder mit Ewiger Profess, davon zweiundzwanzig mit Priesterweihe, und einundzwanzig Brüder mit Zeitlicher Profess angehören. Still wird es nach dem 1. August im Noviziat der Augustiner aber nicht werden: Sieben Postulanten werden ihr Noviziatsjahr beginnen. Herzlich begrüßt wurden sie von den drei Noch-Novizen, die ihnen die Räumlichkeiten des Noviziatstraktes zeigten und vielleicht schon den einen oder anderen Hinweis auf das kommende Noviziatsjahr anvertrauten.

Es ist dem Augustiner-Vikariat im Kongo zu wünschen, dass es weiterhin wächst und sich positiv entwickelt. Die Professfeier der Kandidaten in Amadi und die Priesterweihe in Dungu wenige Tage zuvor markieren wichtige Schritte auf dem Weg zu einer selbständigen Augustiner-Provinz im Herzen Afrikas.

P. Alfons Tony OSA

von links nach rechts: Fr. Distel, P. Dominique, Fr. Gislain, Fr. Frederic; vorne: P. Charles