Über unendliche Weiten

Eine Reise in den Kongo

Mit einer kleinen Cessna geht es für P. Franz Klein, Br. Peter Reinl und P. Alfons Tony, nachdem der Weg von Frankfurt über Amsterdam und Entebbe führte, von Bunia, Stützpunkt der UN-Mission MONUC zur Befriedung der Provinz Itiru im Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo und Uganda, in die Region Haut-Uele im Nordosten des Kongo nach Dungu. Grund der Reise ist die Teilnahme am Zwischenkapitel des Augustiner-Vikariats Kongo und an der Priesterweihe von P. Olivier Gangola. Der Flug geht zunächst über die unendlichen Weiten eines unberührten Urwaldes, dem zweitgrößten zusammenhängenden Regenwaldgebiet der Erde. Der Blick aus der Vogelperspektive auf die Baumkronen, die sich in den Himmel hinein entfalten, erinnert an Brokkoligemüse. Dann tauchen hellgrüne Grasflächen auf: Die Halbsavanne zeichnet wunderschön geschwungene Formen in den dunklen Urwald. Schließlich leuchten hellrote Flecken rotbrauner Erde aus den Waldgebieten, kleine Rodungen mit den typischen mit Schilfgras gedeckten afrikanischen Rundhütten.

 

Die Diözesanstadt Dungu präsentiert sich als eine ausgedehnte Ansammlung von Hütten und Anwesen. Keiner weiß genau, wie viele Menschen hier leben, die Rede ist von 50.000 bis 150.000, kaum zu glauben bei dem Blick aus dem Flugzeug auf die zerstreut liegenden Anwesen. Durch den Einsatz von UN Soldaten als Reaktion auf die Gewalt der Lord‘s Resistance Army (LRA), die für die Errichtung eines Gottesstaates kämpfen, und durch die Präsenz verschiedener Hilfsorganisationen hat sich die Stadt verändert: Flüchtlingscamps wurden errichtet. Die Bevölkerungszahlen sind rasant gestiegen, und die Preise für Lebensmittel haben sich verdreifacht. Elektrischen Strom und fließendes Wasser gibt es nicht. Hühner, Enten und Schweine laufen frei zwischen den Hütten. Die Wege zu den Feldern außerhalb der Stadt, die Gemüse und Obst und auch das Brennholz liefern, sind lang. Autos gibt es, abgesehen von den Hilfsorganisationen und den UN-Soldaten, keine. Wer nicht zu Fuß unterwegs ist, bewegt sich mit dem Fahrrad oder Motorrad fort.

 

Einen Steinwurf von der Kathedrale in Dungu entfernt befindet sich die Niederlassung der kongolesischen Augustiner. Mit dem Juvenat bieten die Augustinerpatres Ernest Sugule, Guylain Mukwanga und Christian Ntibi dreiundzwanzig Schülern aus der näheren und weiteren Umgebung eine Heimat und ermöglichen ihnen so eine gute schulische Bildung. Der enge Kontakt mit den Augustinern führt immer wieder dazu, dass Schüler Augustiner werden wollen. Neben der Jugendarbeit engagiert sich P. Ernest Sugule bei der Betreuung von Menschen, die durch die Gewalt der LRA-Milizen traumatisiert sind, und in einem AIDS-Projekt, das über die Gefahren von AIDS aufklärt und betroffenen Menschen Hilfe und Begleitung anbietet.

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