»Der neue Altarraum ... einfach toll!«

Wiedereinweihung von St. Rita/Berlin-Reinickendorf
»Als ich die Kirche betrat, fühlte ich mich wie damals, als ich als kleiner Junge am Heiligen Abend das festlich geschmückte Weihnachts-Wohnzimmer betreten durfte und die Augen leuchteten. Der neue Altarraum, die frischen Farben, die neuen Lampen, einfach toll.« - ...

So beschrieb ein Gottesdienstbesucher seinen Eindruck bei der Wiedereinweihung der St. Rita-Kirche am 25. August 2007. Unter den zahlreichen Glückwünschen und anerkennenden Worten war dies für mich das schönste Kompliment für die umfangreiche Renovierung und Umgestaltung unserer Kirche, war es doch weitaus mehr als ein »Da kann man nicht meckern« - die sonst sprichwörtlich höchste Form des berlinischen Lobes. Das Lob von allen Seiten war in der Tat wohltuend, zumal die Pläne zur Umgestaltung des Altarraums von Anfang an von höchst unterschiedlich geprägten Emotionen begleitet wurden, insbesondere was den gerundeten, leicht aufsteigenden Aufgang zum Altarraum betrifft. Vielen erschien diese Veränderung zu gewagt, doch schließlich überzeugte das Argument einer dadurch im Kircheninneren entstehenden Bewegung zum Altar hin, einer Dynamik, die den Raum insgesamt lebendiger macht. Neben diesem gravierenden Eingriff wurde der über zwei Tonnen schwere Altar verkleinert und näher zu den Kirchenbänken hin versetzt, die Kommunionschranken, die Podeste der bisherigen Ambonen und die oberste Altarstufe wurden entfernt, Wandflächen und Kassettendecke erhielten einen neuen Anstrich und auch die Fugenprofile der Deckenplatten aus gerundeten Holzleisten mit einer Länge von etwa 1,8 km wurden mit ruhiger Hand mit goldener Farbe neu beschichtet.

Trotz vieler zusätzlicher Arbeiten (Umbau der Heizungskanäle, Reparatur der Bleiverglasung, Erneuerung der Elektro-, der Akkustikanlage und der Beleuchtung etc.) konnte der Einweihungstermin eingehalten werden.  Besonders beeindruckend war hierbei die Altarweihe durch Weihbischof Wolfgang Weider, insbesondere das Entzünden der Weihrauchschälchen auf dem Altar und die Wiedereinsetzung der Reliquien (der hl. Rita, der hl. Pacifica und des hl. Valerius) in die dafür vorgesehene Altarnische. Danach heißt es in den Texten für die Altarweihe: »Inzwischen verschließt ein Maurer das Grab.« Als ich ihm dabei assistierte, gestand er mir, dass er nicht weiß, ob es ihm gelingen werde, zum einen wegen der Aufregung, weil die Hände zu sehr zittern könnten, zum anderen weil der Klebemörtel für das Befestigen der Platte wegen der langen Predigt (nicht der Bischof, die Augustinernovizen hielten die Predigt) wohl schon zu sehr ausgetrocknet sei. Nichtsdestotrotz - die Platte sitzt perfekt. 

Finanziert wurden die Renovierungs- und Umbauarbeiten mit einem Kostenvolumen von ca. 160.000 Euro u. a. durch Zuschüsse vom Bonifatiuswerk der Deutschen Katholiken sowie vom Erzbistum Berlin, größtenteils jedoch durch Spenden der Gemeindemitglieder selbst, was mich mit großem Dank erfüllt.


P. Matthäus Klein OSA