Die Steinlegenede

Dieser Stein in Form eines alten Taufsteins befand sich schon bei der uralten Kapelle, welche zu Ehren der heiligen Mutter Gottes und Gregor des Großen gebaut war, an der Stelle, wo jetzt das Bild unserer lieben Frau steht. Diese Kapelle wurde im Bauernkrieg zerstört und über 100 Jahre nicht wieder aufgebaut. Doch kamen fortwährend fromme Wallfahrer zu der heiligen Gnadenstätte, an welcher sich nur dieser Stein erhielt, und erlangten auf ihre vertrauensvolle Anrufung der heiligen Mutter Gottes und des heiligen Gregor sowie durch Anwendung des Wassers aus dem Stein wunderbare Gebets-
erhörungen, deren mehrere aufgezeichnet sind. Da sollte nun dieser Stein von der öden Stelle entfernt und zur Kirche nach Bergtheim geschafft werden. Doch obwohl man 16 Pferde hierzu anspannte, so vermochte man es nicht, und die Hinwegschaffung musste unterbleiben. Als später nochmals der Versuch gemacht wurde, so gelang es, den Stein bis zur Flurgrenze der Gemeinde Hausen zu bringen, doch da gingen die Pferde keinen Schritt mehr weiter. Der Stein musste wieder abgeladen werden. Über Nacht befand er sich wieder an der alten Stelle, weshalb er dann bei der neu erbauten Wallfahrtskirche verblieb. Als die größte Merkwürdigkeit von diesem Steine ist noch in derselben Wallfahrts-Chronik aufgezeichnet, dass derselbe auf einmal in wunderbarer Weise Wasser ausschwitzte, wodurch sehr viele Heilungen geschahen. Die geistliche Behörde und selbst Fürstbischof Julius, dem diese wundersame Begebenheit berichtet wurde, begab sich an diese Stelle hierher und war Zeuge, wie dieser Stein Wasser ausschwitzte. Doch hörte dieses Wunder später mit einem Male wieder auf und fand seitdem nicht mehr statt. Jetzt aber wird dieser Stein nur zur Aufbewahrung des Weihwassers  gebraucht. Wegen dieser Begebenheit jedoch, die sich daran knüpft, wurde er, wie es sich geziemt, eingefasst und mit dem Bilde des Heiligen Gregor versehen.