"Pflege erster Klasse"
Bestnoten für Pflegestation im Würzburger Kloster

Die Freude bei den Mitarbeitern und Bewohnern der Pflegestation des Würzburger Augustinerklosters über die sehr gute Bewertung durch den Medizinischen Dienst war riesengroß. Nach Wochen des Wartens und der Ungewissheit erschien der Prüfbericht mit der Note 1,3. Er zeigte uns, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind.

Das Augustinerkloster Würzburg unterhält ein Pflegeheim im Klausurbereich mit 15 Plätzen. Auch in der Pflegestation des Klosters hat sich die Bewohnerstruktur geändert: Hochbetagte, unter mehrfachen Krankheiten leidende und vor allem demenzkranke Menschen bestimmen das Bild. Respekt und Achtung vor älteren und pflegedürftigen Menschen, ihnen mit Aufmerksamkeit und Wertschätzung gegenüber zu treten sind Grundsätze unseres pflegerischen Handelns. Auf der Grundlage von Menschlichkeit, Zuwendung und Verständnis wirken alle zusammen: Bewohner, Mitarbeiter und Ehrenamtliche ermöglichen so für den Bewohner die größtmögliche Selbstbestimmung, auch in der Pflegesituation. Entscheidend für die Lebensqualität in einer stationären Einrichtung ist, was der Bewohner möchte, und nicht, was die Einrichtung möchte. Dies spiegelt sich in den Aktivitäten und der Freizeitgestaltung unserer betagten Mitbrüder wider. Sehr beliebt sind Musizieren und Singen, Karten spielen, jahreszeitliche Angebote, Ausflüge, Gedächtnistraining, Gymnastik in der Gruppe sowie Einzelbetreuung, wobei jedes Angebot Erwachsenenniveau hat.

Die Aussage „Ich lebe auf der Pflegestation“ soll nicht negativ besetzt sein, und das jetzige Umfeld soll als Zuhause erlebt werden, in dem man sich wohlfühlen kann. Die eigenen Möbel, Erinnerungsstücke und bekannte Personen tragen dazu bei, „daheim“  zu sein. Trotzdem ist es für Bewohner und Pflegekräfte ein täglicher Spagat zwischen Anspruch und Realität, den es zu bewältigen gilt. Nachweise, Unterlagen, Protokolle und Kompetenz sind sicher ein Muss, man sollte jedoch das Wichtigste – den betagten Menschen in seiner Einheit von Körper, Geist und Seele – dabei nicht vergessen.

Mit diesem guten Ergebnis für unser Haus ist auch der Anspruch verbunden auf diesem Weg weiterzugehen.

Brigitte Deppisch, PDL